Benachteiligung aufgrund der Herkunft oder Religion gibt es überall – auch in Deutschland. Ob jemand „voll integriert“ und qualifiziert ist, spielt dabei keine große Rolle. Die Stereotype und Vorbehalte sitzen nunmal fest in den Köpfen. Wie sich diese im Alltag bemerkbar machen, schreibt Sebahat Özcan, ausgehend von einer (leider) wahren Geschichte.
2003 gab es erstmals an einer Ludwigshafener Grundschule Islamunterricht. Mittlerweile sind weitere Schulen im Land dazugekommen. Flächendeckend ist das Angebot aber längst noch nicht.
Nach dem Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts debattieren Politiker und Vertreter von Religionsgemeinschaften weiter. Das Urteil der Bundesverfassungsrichter hat Befürworter und Gegner.
Die Schweizerische Volkspartei plant mit einer Unterschriftenaktion ein Kopftuchverbot an Schulen durchzusetzen. Das Kopftuch repräsentiere eine islamische Identität, die im Widerspruch zu christlichen Werte stünde.
In zwei Regionen Russlands wurde das Tragen von Kopftüchern in den Schulen verboten. Der Oberste Gerichtshof Russlands lehnte die eingereichte Klage einer muslimischen Familie gegen das Verbot ab.
Der islamische Religionsunterricht muss in Deutschland rasch ausgebaut werden. Das fordern einige Experten und Politiker immer wieder. Das Fach sei ein Beitrag zur Integration, Identitätsstiftung. Was der Unterricht leisten kann, das erläutert der Frankfurter Islamwissenschaftler Prof. Bekim Agai.
Seit dem Schuljahr 2013/14 ist der islamische Religionsunterricht in Niedersachsen Regelfach. Er soll die religiöse Identitätsbildung unterstützen und „Schlüssel zur Integration und eine Chance für den Dialog der Religionen“ sein.
Pläne der rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen Bekenntnisschulen künftig einfacher umwandeln zu lassen, stoßen bei der Katholischen Kirche auf keinen Widerstand. Die Monopolstellung katholischer Grundschulen sei nicht mehr zeitgemäß, räumt auch die Kirche ein.
In Berlin wurde der 10. „Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ vorgestellt. Staatsministerin Aydan Özoğuz sieht Deutschland auf einem guten Weg, macht aber auch auf Probleme und systematische Benachteiligungen von Migranten aufmerksam.