Gelsenkirchen

Neuer Gebetsraum für Muslime im Krankenhaus eröffnet

Im Marienhospital Gelsenkirchen gibt es nun einen eigenen Gebetsraum für Muslime. Vertreter aus Kirche, Krankenhaus und muslimischer Gemeinde sehen darin ein wichtiges Zeichen für Religionsfreiheit und interreligiöses Miteinander.

20
04
2026
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**Muslimischer Gebetsraum im Marienhospital Gelsenkirchen eröffnet**

Gelsenkirchen (dpa) – Im Marienhospital Gelsenkirchen ist ein muslimischer Gebetsraum eröffnet worden. Zwischen der ersten Idee im interreligiösen Arbeitskreis der Stadt und der Einweihung am 13. April 2026 lagen nur rund neun Monate. In dem Arbeitskreis arbeiten Christen, Juden und Muslime gemeinsam.

Vertreter des Krankenhausträgers und der beteiligten Religionsgemeinschaften betonten bei der Eröffnung die Bedeutung des neuen Angebots. Propst Markus Pottbäcker, Aufsichtsratsvorsitzender des KERN-Verbunds, verwies auf aktuelle weltpolitische Entwicklungen. Gerade in Zeiten, in denen Religion für machtpolitische Zwecke missbraucht werde, sei der neue Gebetsraum ein wichtiges Zeichen.

Auch Krankenhausgeschäftsführer Manuel Bäuerle sieht in dem Angebot eine Konsequenz aus dem Klinikalltag. In einem Krankenhaus arbeiteten Menschen verschiedener Glaubensrichtungen seit langem zusammen. Ein eigener Gebetsraum für Muslime sei daher ein folgerichtiger Schritt.

Für Serdar Yilmaz von der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Gelsenkirchen steht der Raum für mehr als nur eine religiöse Nutzung. Er sei ein Ort der Stille, des Gebets und des Trosts sowie ein Symbol für Religionsfreiheit und ein friedliches Miteinander.

Der Gebetsraum befindet sich im zehnten Stock des Krankenhauses direkt neben der Kapelle. Zuvor gab es dort lediglich einen abgetrennten Bereich für muslimisches Gebet. Nach Angaben des Trägers sollen in den kommenden Monaten auch an acht weiteren Standorten des KERN-Verbunds ähnliche Räume eingerichtet werden.