Ramadan 2026

Wann beginnt der Ramadan – und warum dieser Monat so besonders ist

Der Ramadan ist der wichtigste Fastenmonat im Islam. Doch es geht um weit mehr als den Verzicht auf Essen und Trinken. Warum dieser Monat eine so große Bedeutung hat – und was ihn besonders macht.

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Fasten im Ramadan © shutterstock, bearbeitet by iQ
Fasten im Ramadan © shutterstock, bearbeitet by iQ

Der Monat Ramadan beginnt in diesem Jahr am 19. Februar und endet am 19. März. Unmittelbar danach folgt das Ramadanfest, das vom 20. bis 22. März gefeiert wird. Für Musliminnen und Muslime weltweit ist der Ramadan eine besondere Zeit, die den Alltag für mehrere Wochen grundlegend verändert.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. In dieser Zeit fasten gläubige Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Sie verzichten auf Essen, Trinken und andere körperliche Bedürfnisse. Das Fasten ist dabei eine der fünf Säulen des Islams und gehört zu den zentralen religiösen Pflichten.

Seine besondere Bedeutung erhält der Ramadan durch die Herabsendung der ersten Koranverse. Nach islamischem Glauben wurde der Koran in diesem Monat offenbart. Deshalb gilt der Ramadan als Monat des Korans. Viele Gläubige lesen in dieser Zeit bewusst im Koran, besuchen zusätzliche Gebete und setzen sich intensiver mit ihrem Glauben auseinander.

Fragen zum Ramadan

1. Was ist der Ramadan?
2. Welchen Stellenwert hat der Ramadan für Muslime?
3. Warum fasten Muslime?
4. Wie trägt der Ramadan zur Spiritualität bei?
5. Für wen ist das Fasten nicht verpflichtend?
6. Wie können nichtmuslimische Kollegen und Freunde jemandem helfen, der im Ramadan fastet?

– Was ist der Ramadan?

Der neunte Monat des islamischen Kalenders trägt den Namen Ramadan. Dieser richtet sich nach dem Mondkalender, der 10-11 Tage weniger hat als der Sonnenkalender. Dadurch beginnt der Fastenmonat Ramadan jedes Jahr 10-11 Tage früher als im Jahr davor. Diese Zeit ist eine besonders segenvolle Zeit und deshalb von großer Bedeutung für Muslime. Erwachsene und gesunde Muslime verzichten von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Die Fastenden lernen in diesem Monat Ruhe, Geduld, Genügsamkeit und Mitgefühl auszustrahlen und nehmen somit ihre Umwelt und ihre Mitmenschen bewusster wahr. Zudem wird das Bewusstsein der Fastenden für die notleidenden Menschen geweckt.

– Welchen Stellenwert hat der Ramadan für Muslime?

Der Ramadan ist die wichtigste Zeit im islamischen Jahr. Das Fasten in diesem Monat ist eine der fünf Säulen des Islams. Das Fastengebot steht im Koran folgendermaßen: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorge­schrieben war, die vor euch waren – vielleicht seid ihr ja gottesfürchtig.“ (Sure Bakara 2:183) Das Fasten ist also ein Zeichen der Verbundenheit des Gläubigen zu seinem Schöpfer. Außerdem begann die Herabsendung des Korans im Ramadan. Hierzu lesen wir im Koran: Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herabgesandt wurde. Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten.(Sure Bakara, 2:185) .

– Warum fasten Muslime?

Das Fasten im Monat Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islams und somit Pflicht für jeden erwachsenen und gesunden Muslim. Das Fastengebot steht im Koran folgendermaßen: „O ihr, die ihr glaubt!“ Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorge¬schrieben war, die vor euch waren – vielleicht seid ihr ja gottesfürchtig.“ (Sure Bakara, 2:183) Das Fasten ist also ein Zeichen der Verbundenheit des Gläubigen zu seinem Schöpfer.

Der Ramadan als eine Zeit der besonderen Spiritualität ermöglicht den Muslimen körperliche und seelische Reinigung. Mit dem bewussten Verzicht auf ganz natürliche Bedürfnisse, wie das Essen, Trinken und eheliche Intimität soll der Mensch seinen Blick auf das Wesent¬liche im Leben lenken, in sich gehen, reflektieren und seinem Schöpfer näher kommen.

– Wie trägt der Ramadan zur Spiritualität bei?

Neben dem Fasten gibt es viele Gelegenheiten, um innere Ruhe zu finden. Durch gemeinsame Gebete, Koranlesungen oder religiöse Vorträge wird den Fastenden viele Möglichkeiten gegeben, den Ramadan intensiver zu erleben und sich geistig weiterzuentwickeln. Aber nicht nur die gemeinschaftliche Koranrezitation (Mukâbala) ist eine Möglichkeit, um sich in der Moschee zu versammeln, sondern auch das nur an Ramadanabenden verrichtete Tarâwîh-Gebet.

Zu erwähnen ist außerdem der Îtikâf, der in den letzten zehn Tagen des Fastenmonats in der Moschee stattfindet. Dabei wird im Gegensatz zu den anderen Gebeten das Alleinsein bevorzugt. Die Fastenden ziehen sich zurück und verbringen die Zeit mit Gottesdien­sten und dem Gedenken an Gott. Es geht darum, sich intensiv seinen Gebeten, der Rezitation und der Reflexion über den Koran zu widmen.

– Für wen ist das Fasten nicht verpflichtend?

Alle erwachsenen und gesunden Muslime sollen fasten. Ausgenommen sind jene, die an Altersschwäche leiden, Kranke, Reisende, schwangere und stillende Frauen, Wöchnerinnen und Frauen, die ihre Monatsperiode haben. Diese sind zur Erleichterung von der Fastenpflicht befreit, sollen dies jedoch nach dem Ramadan nachholen.

– Wie können nichtmuslimische Kollegen und Freunde den Fastenden helfen?

Nichtmuslimische Arbeitgeber, Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen, die Fastenden nach Möglichkeit körperlich weniger zu beanspruchen. Arbeitgeber könnten auf den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten am Morgen und am Abend eingehen. Im Sportunterricht können muslimische Schüler geschont werden, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen.

Ramadan als Zeit der Besinnung und Gemeinschaft

Doch der Ramadan ist mehr als religiöse Praxis. Er ist eine Zeit der Besinnung und der inneren Ordnung. Der bewusste Verzicht soll helfen, den Blick auf das Wesentliche zu lenken, gerade in einer Welt, die von Tempo, Ablenkung und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist. Geduld, Selbstdisziplin und der Versuch, den eigenen Charakter zu verbessern, stehen im Mittelpunkt.

Eine große Rolle spielt auch die Gemeinschaft. Gemeinsame Gebete, Treffen in der Moschee und das tägliche Fastenbrechen stärken den sozialen Zusammenhalt. Viele laden Familie, Freunde oder Nachbarn ein. Der Ramadan wird so zu einem Monat der Nähe und des Austauschs.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Verantwortung. Spenden, Hilfe für Bedürftige und Aufmerksamkeit für einsame oder kranke Menschen gehören für viele fest dazu. Der Ramadan endet mit einem Fest, doch seine Wirkung reicht für viele weit über diese Wochen hinaus.