Zohran Mamdani hat sein Amt als Bürgermeister von New York angetreten. Der 34-jährige Demokrat legte seinen Eid auf einen Koran ab und steht für mehrere Premieren.
Mit einer symbolträchtigen Zeremonie hat Zohran Mamdani das Amt des Bürgermeisters von New York City übernommen. Kurz nach Mitternacht wurde der linksliberale Demokrat in der stillgelegten Old City Hall Station unter dem Rathaus vereidigt. Den Amtseid nahm die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York, Letitia James, ab. Mamdani legte dabei seine Hand auf einen Koran – erstmals in der Geschichte der Stadt nutzte ein Bürgermeister das heilige Buch des Islam für die Vereidigung.
Der 34-Jährige ist zugleich der erste muslimische, der erste südasiatische und der erste in Afrika geborene Bürgermeister New Yorks. Beobachter sehen darin ein Zeichen für die religiöse und kulturelle Vielfalt der bevölkerungsreichsten Stadt der USA. Zwar wurden die meisten seiner Vorgänger traditionell auf eine Bibel vereidigt, rechtlich vorgeschrieben ist die Verwendung eines religiösen Textes jedoch nicht.
Für die nächtliche Zeremonie nutzte Mamdani nach Angaben aus seinem Umfeld einen historischen Koran sowie ein Exemplar aus Familienbesitz. Die Wahl der Old City Hall Station sollte seine Nähe zur arbeitenden Bevölkerung unterstreichen. Die Haltestelle wurde 1945 geschlossen und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. In einer kurzen Ansprache sprach Mamdani von einer einmaligen Ehre und kündigte erste personelle Entscheidungen an, darunter die Ernennung eines neuen Verkehrsbeauftragten.
Am Neujahrstag soll eine weitere, öffentliche Vereidigung auf den Stufen des Rathauses folgen. Den Eid will US-Senator Bernie Sanders abnehmen, ein politisches Vorbild Mamdanis. Als Redner werden unter anderem die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez erwartet. Im Anschluss ist ein großes Straßenfest rund um das Rathaus und entlang des Broadways geplant.
Mamdani beginnt seine vierjährige Amtszeit als jüngster Bürgermeister der Stadt seit rund 100 Jahren. Geboren 1991 in Uganda als Sohn indischstämmiger Eltern, wuchs er seit seiner Kindheit in New York auf und wurde 2018 US-Staatsbürger. Politisch profilierte er sich zunächst als Aktivist, bevor er 2021 für einen Wahlkreis in Queens ins Parlament des Bundesstaates New York einzog, wo er dem linken Flügel der Demokraten zugerechnet wird.