Beim VW-Werk in Osnabrück wird über eine mögliche Rüstungsproduktion diskutiert. Berichte über die Herstellung von „Iron-Dome-Teile“ setzen Politik, Beschäftigte und Stadt zunehmend unter Druck.

Beim Volkswagen-Werk in Osnabrück könnten künftig möglicherweise Teile für das israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ produziert werden. Das berichtet die britische Tageszeitung „Financial Times“ unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen. Volkswagen bestätigte den Bericht am Mittwoch auf Nachfrage des NDR Niedersachsen nicht. Ein Konzernsprecher sagte, man sei in vielen Gesprächen und prüfe alle Optionen. Konkrete Entscheidungen zur künftigen Ausrichtung des Standorts gebe es derzeit nicht.
Die niedersächsische Staatskanzlei erklärte, es sei Aufgabe von Volkswagen selbst, die Zukunft des Werks zu sichern. Gespräche mit Interessenten liefen, zu einzelnen Spekulationen wolle man sich jedoch nicht äußern. Bis Ende des Jahres müsse eine Lösung für den Standort gefunden werden. Auch die Gewerkschaft IG Metall wollte mögliche Rüstungspläne nicht bestätigen und beteilige sich nicht an Spekulationen.
Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) betonte die große Bedeutung des Werks für die Stadt. Mehr als 2.000 Menschen arbeiten dort, zahlreiche weitere Arbeitsplätze hängen indirekt davon ab. Entscheidend sei, dass Osnabrück eine Zukunft als Industriestandort habe – möglichst weiterhin in der Automobilindustrie.
Dem Zeitungsbericht zufolge könnten in Osnabrück unter anderem Startvorrichtungen, Stromgeneratoren und Lastwagen für das „Iron Dome“-System gebaut werden, nicht jedoch die Raketen selbst. Die mögliche Produktion soll dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern. Die Zukunft des Werks ist ab Sommer 2027 ungewiss, da dann die Produktion des VW T-Roc Cabrios endet und Volkswagen dort künftig keine eigenen Fahrzeuge mehr bauen will.