Nürnberg

Stadt benennt Platz nach NSU-Opfer İsmail Yaşar

İsmail-Yaşar-Platz – ein Platz in Nürnberg trägt nun den Namen eines weiteren NSU-Opfers. Zuvor wurde ein Platz nach dem ersten Opfer benannt.

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06
2022
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NSU, İsmail Yaşar,
Opfer der NSU-Mordserie: Der 50-jährige Imbissbesitzer İsmail Yaşar © Facebook, bearbeitet by iQ.

In Nürnberg erinnert jetzt ein Platz an das NSU-Opfer İsmail Yaşar. Die rechtsextreme Terrorzelle hatte den 50-Jährigen im Juni 2005 in seinem Imbiss gegenüber einer Schule in Nürnberg erschossen. Der İsmail-Yaşar-Platz befindet sich ganz in der Nähe des Tatorts. Zu der Gedenkfeier am Donnerstag sollte nach Angaben der Stadt auch die Familie des Opfers kommen.

Seit vergangenem September erinnert bereits der Enver-Şimşek-Platz an das erste Opfer der Gruppe „Nationalsozialistische Untergrund2. Die Rechtsterroristen ermordeten zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen, drei davon in Nürnberg: Neben dem 38-jährigen Blumenhändler Enver Şimşek und dem Imbissbesitzer İsmail Yaşar auch den 49 Jahre alten Änderungsschneider Abdurrahim Özüdoğru.

Nach dem Mord an İsmail Yaşar geriet die Familie des Opfers nach Angaben der Stadt selbst ins Visier der Ermittler, die Kontakte ins Drogenmilieu vermuteten. Es gab Durchsuchungen des Imbiss, seiner Wohnung und eines Spielplatzes in der Nähe, die aber ergebnislos blieben. Erst sechs Jahre später stellte sich heraus, dass der Familienvater Opfer des NSU geworden war.

Mit der rassistischen Mordserie und möglicher Verbindungen des NSU zur bayerischen Neonazi-Szene beschäftigt sich nun auch ein zweiter Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag, der im Mai erstmals zusammenkam. Im Bund und in mehreren Bundesländern gab es bereits Untersuchungsausschüsse, die sich mit Ermittlungspannen und -fehlern der Behörden beschäftigten. Nach wie vor sind aber viele Fragen offen, insbesondere auch, was mögliche weitere Hintermänner und Unterstützer der NSU-Terroristen anbelangt. (dpa, iQ)