Regensburg

Mehrere Autos mit „NSU“-Schriftzug beschmiert

In der Nacht auf Dienstag wurden in Regensburg mehrere Autos mit dem Schriftzug „NSU“ beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt.

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2022
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Polizei, Moschee © Shutterstock, bearbeitet by iQ
Polizei, Moschee © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Nachdem mehrere Autos in Regensburg mit dem Schriftzug „NSU“ beschmiert wurden, ermittelt der Staatsschutz. Es wird derzeit untersucht, ob die Tat politisch motiviert war und Bezug auf die rechtsextreme Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) nimmt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Hinweise auf die Täter habe man bisher nicht. Man gehe davon aus, dass die Autos zufällig ausgesucht wurden. Bei den Schmierereien, die in der Nacht auf Dienstag angebracht wurden, seien Schäden von mehreren Tausend Euro entstanden.

Der NSU ermordete zehn Menschen, verübte Sprengstoffanschläge und beging Raubüberfälle. Fünf der Opfer wurden in Bayern ermordet.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war am 4. November 2011 aufgeflogen, mit dem Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Erst dann stellte die Polizei fest, dass es Neonazis waren, die zwischen 2000 und 2007 neun Gewerbetreibende mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin getötet hatten. Nach den Attentaten war jahrelang in die falsche Richtung ermittelt worden. (dpa, iQ)

Am 9. September 2000 wurde Enver Şimşek auf offener Straße angeschossen. Zwei Tage später stirbt er in einem Krankenhaus. Einen rechtsextremen Hintergrund erwägen die Beamten zunächst nicht. Mit dem Tod von Enver Şimşek beginnt die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Erst elf Jahre nach dem Mord, als Fotos des schwer verletzten Şimşek in dem von Beate Zschäpe veröffentlichten Bekennervideo des NSU auftauchen, wird sein Tod aufgeklärt. Bis dahin hatten die Beamten auch in den darauffolgenden NSU-Mordfällen einen rechtsextremen Hintergrund der Verbrechen ausgeschlossen und im Umfeld der Opfer nach den Tätern gesucht.

Was davor und danach geschah, finden Sie hier.