Dortmund

Schweinekopf vor Moschee abgelegt

Ein Mann hat am Sonntagmorgen einen abgetrennten Schweinekopf vor die Dortmunder Selimiye Moschee abgelegt. Der Staatsschutz ermittelt.

05
12
2021
Schweinekopf
Abgetrennter Schweinekopf vor Moschee in Dortmund abgelegt © Facebook, bearbeitet by iQ

In Dortmund wurde die DITIB Selimiye Moschee Opfer eines islamfeindlichen Angriffs. Ein Unbekannter hat einen Schweinekopf am Eingangstor des Moscheegeländes befestigt. Die Gemeinde machte den Fund am Sonntagmorgen und alarmierte sofort die Polizei. Der Staatsschutz hat den Fall übernommen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 04:32 Uhr „hat ein unbekannter Täter einen Schweinekopf an das Eingangstor der Eving Selimiye Moschee angebracht und danach sogar ein Selfie gemacht“, zeigt sich die Gemeinde besorgt. „Diese abscheuliche und widerliche Tat verurteilen wir als Vorstand auf das Schärfste. „Wir dürfen als Bürgerinnen und Bürger in Eving bzw. Dortmund nicht zulassen, dass Rassismus, Islamfeindlichkeit und Rechtsextremismus unser friedliches Zusammenleben beeinträchtigen“, so der Vorstand der Selimiye Moschee.

Nach dem Angriff auf die Moschee kamen der Bezirksbürgermeister Oliver Stens sowie der Landtagsabgeordneten Volkan Baran persönlich zur Moschee vor Ort und bekundeten Solidarität mit der Gemeinde. „Wir wollen uns auch bei unserem Bezirksbürgermeister und dem Landtagsabgeordneten für ihre Unterstützung bedanken“, so der Vorstand weiter.

Eine Moscheebesucherin äußerte sich ebenfalls auf Social Media empört über die Tat. „Islamfeindlichkeit und rechter Terrorismus bedroht unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft in Gänze. Ich habe Angst, die Moschee zu betreten“, so die Moscheebesucherin.

Angriff mit Schweinekopf kein Einzelfall

Immer häufiger kommt es zu Angriffen auf Moscheen auf ähnliche Art und Weise. Vergangenes Jahr in Mai wurde in Baden-Württemberg ein Schweinekopf an die Tür der Fatih Moscheen angebracht. Auch damals machten die Täter Aufnahmen von der Tat. In Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern legten Unbekannte im Juli einen abgetrennten Schweinekopf vor einem Fenster des Islamischen Kulturzentrums ab.

Ein Schweinekopf war Ende Mai 2019 in Mönchengladbach auf dem Gelände der Ar-Rahman Moschee „Islamischer Kulturverein“ mit mehreren Blutbeutel platziert worden. Im Januar dieses Jahr verurteilte das Gericht den Täter zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Das Amtsgericht sprach den mehrfach vorbestraften rechtsextremen 41-Jährigen wegen Anstiftung zur Beleidigung schuldig.

Leserkommentare

Vera sagt:
Schweinekopf ablegen vor einer DITIB-Moschee geht gar nicht. Da müssen natürlich sofort Polizei und Staatsschutz alarmiert werden. Eine solch empörende Tat muß unbedingt auf das Schärfste verurteilt und verfolgt werden. Für den Moschee-Vorstand ist das eine "abscheuliche und widerliche Tat" in Dortmund-Eving. Das ist für ihn Rassismus, Islamfeindlichkeit und Rechtsextremismus in einem. Ich selber finde das Töten eines Tieres und das Abtrennen des Kopfes vom Körper ebenfalls empörend und abscheulich. Und dann auch noch an einem Eingangstor einen Tierkopf öffentlich hinterlassen ist schlimm genug. Nun hat ja der Islam grundsätzlich ein Problem mit Haustieren. In Deutschland gilt ein Schwein als Haustier. Ein halbierter Spanferkel-Kopf vor einer Moschee kann einen Vorstand schon erschrecken oder gar in Panik versetzen bzw. als Beleidigung erscheinen. Dafür kann man schon Verständnis aufbringen. In der Islam-Hochburg Teheran ist insbesondere beim Klerus schon immer ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu (Haus-)Tieren festzustellen. Wie verhält sich das beim deutschen Moschee-Klerus? Wie tierfreundlich oder tierfeindlich ist dieser? Medienberichten zufolge haben die islamischen Hardliner im iranischen Parlament einen neuen Gesetzentwurf vorbereitet. Danach soll die Haltung von Haustieren oder das Spazierengehen mit einem Hund im Iran verboten und strafbar werden. Hohe Geldstrafen bei Verstößen sind vorgesehen. Fahrzeuge, in denen Hunde transportiert werden, sollen gar für drei Monate beschlagnahmt werden. Hausbesitzer dürfen demnächst ihre Wohnungen nicht mehr an Hunde- und Katzenbesitzer vermieten. Gassi gehen soll zudem - nach Ansicht des Islam-Klerus - in der Bevölkerung Panik auslösen. Hoffentlich schwappt eine solche islamisch geschürte Tierfeindlichkeit & Tier-Phobie nicht auch nach Europa und Deutschland über. Und hoffentlich werden abgelegte Spanferkel-Reste vor Moscheen nicht als Steilvorlage für Tierfeindlichkeit - insbesondere bei Haustieren - und für politische Agitation gezielt instrumentalisiert und eingesetzt. Tierschutz, Schächtungs-Rituale, islamisch erzeugte Haustier-Phobie und religiöse Beleidigungs-Szenarien sind ein großes & umstrittenes Thema, bei dem keinesfalls der (politische) Islam das letzte Wort haben darf.
08.12.21
18:44