Unterdrückung

Uiguren fordern Eintreten für Menschenrechte in China

China unterdrückt systematisch die muslimischen Uiguren. Der Präsident des Weltkongresses der Uiguren fordert Deutschland zum Handeln auf.

21
04
2021
Uiguren in China: Dolkun Isa (c)facebook, bearbeitet by iQ
Uiguren in China: Dolkun Isa (c)facebook, bearbeitet by iQ

Der Präsident des Weltkongresses der Uiguren, Dolkun Isa, fordert von Deutschland ein „beherztes Eintreten für Menschenrechte“ der muslimischen Minderheit in China. „Trotz eindeutiger Belege für die gravierenden Menschenrechtsverletzungen an den Uigurinnen und Uiguren hat die deutsche Bundesregierung bis jetzt nur sehr zögerlich die chinesische Regierung dafür öffentlich kritisiert“, schreibt Isa in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch).

Deutschland ringe nach wie vor damit, eine Position zu Chinas Umgang mit den Uiguren zu finden, ohne dabei seine wirtschaftlichen Interessen zu gefährden. „Während es damit beschäftigt ist, die richtige Bezeichnung für die Krise zu suchen, nimmt das unsägliche Leid der Uiguren und anderer turkstämmiger Gruppen mit jedem Tag zu“, beklagt der Präsident des in München ansässigen Weltkongresses. „Für uns Uiguren ist es entmutigend, hier zu leben und zuzusehen, wie unsere neu gefundene Heimat zu den Menschenrechtsverbrechen der chinesischen Regierung schweigt.“

Isa verweist darauf, dass die chinesischen Maßnahmen laut eines Berichts von 50 Experten die fünf Kriterien der UN-Völkermord-Konvention erfüllen. „Staaten haben laut UN-Konvention nicht nur die Verantwortung, einen Völkermord zu beenden, sondern auch, ihn zu verhindern“, erklärt er.

Die von der EU verabschiedeten Sanktionen gegen China seien ein erster wichtiger Schritt gewesen. „Trotzdem profitieren immer noch zahlreiche deutsche Unternehmen wie zum Beispiel Volkswagen von Chinas Unterdrückungspolitik und werden somit zum Komplizen der Menschenrechtsverbrechen. Dies kann nicht länger toleriert werden“, so Isa. Auch Unternehmen müssten tätig werden und sich von Geschäften in Ostturkestan zurückziehen. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Vera Praunheim sagt:
Leider findet Unterdrückung nicht nur in China statt. Ein beherztes Eintreten braucht es auch angesichts schlimmer Zustände in der autoritär geführten Islamischen Republik Pakistan. Dort befindet sich Shafqat Emmanuel gemeinsam mit seiner Ehefrau im Todestrakt und leidet zunehmend unter gesundheitlichen Beschwerden. Sein Unterkörper ist gelähmt; starke Schmerzen werden nicht angemessen behandelt. Er gilt als querschnittsgelähmt. Seit 2013 ist das christliche Ehepaar inhaftiert und wurde 2014 zum Tode nach Scharia-Recht verurteilt, weil es "blasphemische Textnachrichten" an einen muslimischen Kleriker geschickt haben soll. Lt. Amnesty International bestreiten beide die Vorwürfe. Die Menschenrechtsorganisation hat aktuell eine Hilfsaktion gestartet und fordert eine umgehende und bedingungslose Freilassung der geschundenen Gefangenen aus dem Zentralgefängnis Faisalabad. Amnesty International betreut noch viele andere Gefangene - auch in islamischen Ländern. Auch diese Menschen verdienen Beachtung ihrer Menschenwürde und tatkräftige Hilfe & Unterstützung. Gott sei Dank, daß es in nicht-muslimischen Ländern keine Todesstrafe für des Versenden von Textnachrichten gibt.
21.04.21
19:54