Bayern

Sarglose Bestattungen ab 1. April möglich

Der Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bestätigt die Aufhebung der Sargpflicht in Bayern zum 1. April.

30
03
2021
Sargpflicht in Zeiten von Corona.
Symbolbild: Islamischer Friedhof, muslimische Bestattungen @ Initiative Kabir / http://bit.ly/2myFNCi

Die Sargpflicht in Bayern wird zum 1. April aufgehoben. Dies hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dem integrationspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Arif Tasdelen, auf Anfrage bestätigt, wie dieser am Dienstag in München mitteilte. Tasdelen zeigte sich über die Entwicklung sehr zufrieden. „Wir mussten in den letzten Jahren sehr dicke Sargbretter bohren und haben es endlich geschafft, dass beispielsweise Muslime künftig nach ihrer Tradition und Religion beerdigt werden können.“ Jeder Mensch habe das Recht auf eine letzte Ruhe in Würde und solle selbst entscheiden können, wie er beerdigt werden möchte.

Lockerung der Sargpflicht ist Zeichen der Wertschätzung

Die Lockerung der Sargpflicht ist nach den Worten des Sozialdemokraten auch ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung der Menschen mit Migrationshintergrund, die seit vielen Generationen in Bayern leben. Die SPD-Fraktion habe das Thema 2009 auf die Tagesordnung gesetzt, doch die Staatsregierung habe eine Reform des Bestattungsrechts im Freistaat lange verweigert. Nach vielen Diskussionen und viel Überzeugungsarbeit habe der Landtag dann im November 2019 das zuständige Ministerium beauftragt, die Sargpflicht aus religiösen und weltanschaulichen Gründen per Verordnung zu lockern. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Vera Praunheim sagt:
Dieses umstrittene Thema wird in nichtmuslimisch ausgerichteten Medien - wie z.B. beim Bayerischen Rundfunk - schon auch noch anders diskutiert und kommentiert. Darf man darauf freundlichst hinweisen? Folgendes gibt es beim BR zu lesen: "Hier ist Deutschland! Hier ist Bayern! Bitte nicht vergessen wo wir uns befinden. Bei aller Rücksicht...aber wir können nicht alle Ländersitten berücksichtigen." "Und wieder eine Rechtsänderung zugunsten einer Minderheit. Diesmal die Bestattungsverordnung (zugunsten eines Sargverzichts). Geändert wurden schon früher die Baugesetze des Bundes und der Länder (zugunsten des Baus von Moscheen). Geändert wurde das Tierschutzgesetz (zugunsten von Lebendschlachtungen bzw. Schächten). Geändert wurden auch die zahlreichen Badeordnungen der Kommunen (zugunsten des Ganzkörperbadeanzugs bzw. Burkinis). Die über Jahrhunderte gewachsene Rechtsordnung wird zugunsten einer Minderheit aufgebröselt. Das nennt man dann Förderung der Integration." "Man sollte nur noch Urnenbestattung zulassen, spart Platz auf den Friedhöfen, ist hygienisch und führt zu einer Gleichbehandlung. Minderheitenschutz ist wichtig, darf aber nicht dazu führen, dass die Minderheit die Mehrheit dominiert." "Das Abschaffen der Sargpflicht fördert also die Integration? Nur wer integriert sich hier, sind es die Muslime oder sind es wir?" So fragte z.B. der Kommentierer 'Octagon' vor einem Tag. Ein anderer meint: "Wir passen uns den Muslimen an, so was nennt man in Deutschland Integration." Der Bayerische Rundfunk befürwortet übrigens ausdrücklich eine konstruktive Diskussion. Der emsige Arif Tasdelen aus Nürnberg sieht das natürlich ganz anders. Dem früheren Zollinspektor und jetzigen SPD-Landtagsabgeordneten liegen seine islamische Konfession und die Abschaffung der Sargpflicht schon seit Jahren ganz besonders am Herzen. Er wurde in Südostanatolien geboren und kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland. Er kümmert sich sehr intensiv darum, daß muslimische Traditionen, Gepflogenheiten & Konventionen immer mehr Eingang in die politische Gesetzgebung finden. Dürften in Südostanatolien bayerische Tradionen und Weltbilder genauso vehement vertreten und in die Politik eingebracht werden?
02.04.21
17:16