Österreich

Pilotprojekt für interreligiösen Religionsunterricht startet

Gemeinsamer Religionsunterricht von muslimischen und christlichen Kindern fördert laut Pädagogem den gesellschaftlichen Dialog.

06
02
2021
Islamunterricht, Religionsunterricht
Symbolbild: Schule, Unterricht © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die Universität Graz startet ein Pilotprojekt für ein Religionsunterricht mit dem interreligiösen Konzept. Das Projekt sehe vor, dass christliche und muslimische Schüler und Schülerinnen gemeinsam von einem christlichen – im konkreten Fall katholischen – Religionslehrer und einer islamischen Religionslehrkraft unterrichtet werden. 

Gemeinsamer Religionsunterricht von christlichen und muslimischen Kindern fördert nach den Worten des Grazer Pädagogen und Theologen Wolfgang Weirer den gesellschaftlichen Dialog. „Die Idee ist grundsätzlich, dass Kinder nicht nur in der Pause, nicht nur im Pausenhof, nicht nur in der Straßenbahn oder wo auch immer religiöse Pluralität erleben, sondern auch im Kontext des Religionsunterrichts über religiöse Vielfalt ins Gespräch kommen können“, sagte er am Donnerstag dem Kölner Internetportal domradio.de.

Der bisherige Unterricht solle nicht abgeschafft, sondern um interreligiöse Einheiten ergänzt werden.

Bisher seien die Rückmeldungen für das Konzept mehrheitlich positiv. Kritik komme aber „einerseits aus dem politisch eher rechten Lager, andererseits durchaus auch aus innerkirchlichen Kreisen, wo Ängste artikuliert werden, die ich ein Stück weit auch verstehen kann“, so Weirer. In Österreich gibt islamischen Religionsunterricht an den Schulen seit 1982. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Vera Praunheim sagt:
Dem Erleben von religiöser Pluralität - wo auch immer - und dem Kennenlernen religiöser Vielfalt mit den entsprechenden Vorstellungen & Prägungen gehören die Zukunft. Ein empfehlenswertes Zukunftsprojekt, das überall auf der Welt große Förderer und leidenschaftliche Befürworter verdient. Ein Friedenskonzept, bei dem old fashioned Traditionalisten, Fundamentalisten und stramme Hardliner aller Couleur nebst folgsamer Anhängerschaft ganz schön alt aussehen. Die Präsentation religiöser Pluralität & Vielfalt wäre auch ein sinnvoller Quantensprung für islamiq.de und ähnlich orientierte Angebote. Hallelujah. Shalom. Praise the Lord. As-salam alaykom.
07.02.21
5:30
ABM sagt:
Gut. Ich kann als an eine Schule nicht die Erwartung stellen, Religion professionell zu lehren. Dafür ist die Moschee zuständig. Allerdings dient jeder Austausch und auch jeder Dialog neben Allgemeinbildung verpflichtend, dem Entgegenwirken von erheblichen Kräften der Verschwörungstheoretiker und Neonazis in allen Berufsbereichen.
07.02.21
10:00