Wuppertal

Polizei rechtfertigt Vorgehen gegen muslimische Frau

In Wuppertal wurde eine junge Muslimin nach einem Arztbesuch von der Polizei fixiert. Grund: die fehlende Mund-Nasen-Maske .

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12
2020
Polizei, Polizeieinsatz, Wuppertal
Polizeieinsatz in Wuppertal © YouTube, bearbeitet by iQ.

Im Internet kursiert ein Video, welches Bilder eines Polizeieinsatzes vom 22.12.2020 zeigt. Darauf ist zu sehen, wie mehrere Polizisten eine 22-jährige muslimische Frau mit Kopftuch, die auf dem Boden liegt, fixieren. Zeugenberichten zufolge war die junge Mutter mit ihrem Baby im Kinderwagen unterwegs.

Ein Passant hat den umstrittenen Einsatz der Polizei gefilmt und auf Facebook hochgeladen. Ihm zufolge habe die junge Mutter die Zahnarztpraxis mit Kinderwagen verlassen und vergessen, ihre Maske wieder aufzusetzen. Sofort sollen sie drei PolizistenInnen fixiert und zudem Handschellen anlegten haben. „Ihr wurden die Arme so verdreht, dass die Frau vor Schmerzen schrie“, beschreibt der Passant den Vorfall.

Laut Pressemitteilung der Polizei wurde die junge Muslimin von zwei Polizeibeamtinnen darauf hingewiesen, dass im Fußgängerzonenbereich in Elberfeld ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden müsse. „Die junge Frau reagierte umgehend mit Beleidigungen gegenüber den Polizistinnen. Aufgrund der Beleidigungen sowie der Ordnungswidrigkeit, die diesen vorausging, sollten die Personalien der Frau aufgenommen werden“, erklärte die Polizei.

Während der Personalienfeststellung soll die 22-Jährige unvermittelt einer Beamtin in den Bauch geschlagen haben. „Dieser tätliche Angriff führte dazu, dass die Frau zunächst zu Boden gebracht wurde und ihr Handfesseln angelegt wurden.“

Neben Strafanzeigen wegen Beleidigung und Widerstandes gegen Polizeibeamte sowie einer Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung, sprachen die Beamten einen Platzverweis aus.

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Klassisches Beispiel von Amtsmissbrauch, welches aggressives Verhalten erst recht provoziert. Das ist inakzeptabel. Dagegen muss man als Passant Zivilcourage zeigen und beherzt eingreifen, damit sich sowas nicht wiederholt. Manchmal muss man auch Polizeibeamten ihre Grenzen aufzeigen.
24.12.20
16:30
Thomas sagt:
Nennen wir es beim Namen: Der Grund ist nicht, wie in der Überschrift behauptet, der fehlende Mund-Nasenschutz, sondern antimuslimischer Rassismus. Ein weißer Mann hätte sicherlich die Polizei beleidigen und boxen dürfen, und die Beamten hätten ihm noch die Autotür aufgehalten und die Einkäufe nach Hause getragen. Anders lässt sich die Überschrift "In Wuppertal wurde eine junge Muslimin nach einem Arztbesuch von der Polizei fixiert. Grund: die fehlende Mund-Nasen-Maske" oder die Tatsache, dass IslamIQ überhaupt berichtet, nicht erklären. Mein Vater hat letztens übrigens beim MediaMarkt nicht den erhofften Rabatt bekommen - scheiß Nazis!
24.12.20
17:12
Vera Praunheim sagt:
Leider zeigt das Video nicht, was vor der Fixierung geschah. Entweder erzählen die Polizeibediensteten die Wahrheit oder aber sie tun es nicht. Weitere Zeugen könnten mehr Klarheit bringen. Auf jeden Fall ist es klug, generell Polizeibediensteten möglichst aus dem Weg zu gehen und Nähe zu vermeiden - überall auf der Welt. Besonders auch dort, wo eine Scharia-Polizei herrscht und das Sagen hat.
24.12.20
19:37
Zeynep sagt:
Die junge muslimische Frau ist eine Deutsche. Sie hat niemandem beleidigt. Sie wurde sofort angegriffen! Wir können nicht mehr raus, ohne dass wir beleidigt oder gar angegriffen werden. Warum nur? 😔
24.12.20
19:46
Ethiker sagt:
Das bestätigt meine Thesis, dass die Mehrheit der Beamten Rassisten sind. All diejenigen die dieses Vorgehen der Rassisten befürworten oder unterstützen sind abscheuliche Rassisten gegen die mit harter Hand vorgegangen werden muss.
26.12.20
12:33
Johannes Disch sagt:
Die Sache ist doch ganz einfach: Die Frau hat gegen die Regeln verstoßen. Und nicht nur das. Sie wurde gegen die Beamten dann auch noch verbal und körperlich ausfällig, was die Reaktion der Polizei erklärt.
26.12.20
12:35
Abdennabi Oqri sagt:
Salamo aleikom, Ich hätte gerne Informationen über Hadsh und Omrah, alles was die Kosten und mögliche Zeiträume betrifft. Vielen Dank
26.12.20
22:53
Sulaikha Ademcic sagt:
Während die Querdenker zusammen mit Nazis öffentlich und ohne jeglichen Mund-Nasen-Schutz in diversen Städten demonstrieren bzw. Pöbeln, wird die Frau, von der hier berichtet wird, fixiert. Wahrscheinlich wäre der Frau mit einer Reichsflagge oder noch besser mit einem Hakenkreuz bestückt die Fixierung erspart geblieben. Wer soll das nun wieder verstehen? Dann wundern sie sich, wenn man sie mit Nazi beschimpft. Nazischweine!
27.12.20
20:00
grege sagt:
Wer Personengruppen als Rassisten unter Generalverdacht stellt, verhält sich selber rassistisch, auch eine Binsenweisheit.
27.12.20
20:04