Frankreich

Muslime beraten über gemeinsame Imamausbildung

Der französische Islamrat berät über eine gemeinsame Imamausbildung in Frankreich. Parlamentarier unterstützen ein solches Projekt seit Jahren.

04
11
2020
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Imamausbildung
Symbolbild: Imame, Imamausbildung

Der französische Islamrat „Conseil Francais du Culte Musulman“ (CFCM) hat über einen möglichen gemeinsamen Lehrplan für eine Imamausbildung in Frankreich beraten. Das lang geplante Arbeitstreffen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie bereits auf kommenden Frühjahr verschoben, wie die Zeitung „La Croix“ (Dienstagabend) berichtete.

Es gebe den Wunsch, „eine Einigung über einen gemeinsamen Schulungskurs für islamische Führungskräfte zu erzielen“, hieß es demnach zum Abschluss der Videokonferenz. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte in einer Rede Anfang Oktober gefordert, dass ein solches vom Islamrat gelabeltes Training binnen sechs Monaten und auf französischem Boden durchgeführt werden müsse.

Dafür brauche es „Brücken“ zwischen den verschiedenen bestehenden muslimischen theologischen Instituten in Frankreich, erklärte der Islamrat. Die Studenten müssten von einem zum anderen Institut wechseln können, etwa im Rahmen eines Diplomkurses. Die meisten aktuellen Imame in Frankreich werden laut der Zeitung zumindest teilweise im Ausland geschult. Rund 300 Imame würden jedes Jahr von Marokko, Algerien und der Türkei nach Frankreich entsendet.

Heterogene Imamausbildung mit gleicher Kernlehre

Parlamentarier, die sich mit dem Thema befasst haben, unterstützen ein solches Projekt seit Jahren, analog zu Priesterseminaren oder Rabbinerinstituten. Ziel sei auch, extremistischen Diskursen im Internet das Wasser abzugraben.

Als Beispiele der heterogenen Ausbildungslandschaft für französische Imame nennt die Zeitung das Al-Ghazali-Institut der Großen Moschee von Paris, das Algerien nahestehe, die Einrichtungen von Chateau-Chinon und Saint-Denis, die von der ehemaligen UOIF (Union der Islamischen Organisationen Frankreichs) verwaltet würden, ein weiteres, marokkanisches in Evry sowie ein türkisches in Straßburg. Der Islamrat erklärte, jedes Institut habe „seine Besonderheit, aber insgesamt bleibt die Kernlehre dieselbe“. (KNA, iQ)