Islamfeindlichkeit

Drohbriefe an muslimische Geschäftsleute: Moscheen anzünden

Muslimische Geschäftsleute in Hannover haben Drohbriefe erhalten, in denen unter anderem damit gedroht wird, bald Moscheen anzuzünden.

15
07
2020
Symbolbild: NSU Drohschreiben auf Polizeicomputern © shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: NSU Drohschreiben auf Polizeicomputern © shutterstock, bearbeitet by iQ.

In Hannover haben muslimische Geschäftsleute Drohbriefe bekommen, in denen das Anzünden von Moscheen angedroht wird. Die Polizei ermittele wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Bedrohung, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover am Dienstag. Nach dem Bericht werden die Geschäftsleute in den Briefen beschimpft. Außerdem wird demnach in den Schreiben ein „schwerer Krieg“ im Steintorviertel angekündigt. Unterzeichnet sei der Brief mit „Die Deutschen“.

Medienberichten zufolge heißt es im Brief wörtlich: „Ihr werdet vernichtet“, „haut endlich ab, ihr scheiß Drecks-Kanaken, wir hassen euch“ und „wird bald schweren Krieg geben am Steintor – verlasst euch drauf“. Die Geschäftsleute, die diese Drohbriefe erhalten hatten, erstatteten umgehend Anzeige. In dem Drohschreiben wird behauptet, dass Rocker bald Moscheen anzünden würden. Man informiere regelmäßig die „Hells Angels“, heißt es im Brief.

Der Polizei in Hannover liege seit Sonnabend mehrere solcher Drohbriefe vor. Man überprüfe nun, ob sie demselben Verfasser zuzuordnen seien. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge sagte in einer Meldung: „Wir wissen, dass solche Schreiben auch schon umgesetzt worden sind und sind darum sehr vorsichtig. Wir werden alles versuchen, um diesen Absender zu fassen.“

Islamfeindliche Drohbriefe nehmen weiter zu

Auch der Vorsitzende der SCHURA-Niedersachsen Recep Bilgen verurteilt die Drohungen aufs Schärfste. „Wir hoffen, dass die Sicherheitskräfte so schnell wie möglich den Verfasser dieses Schreibens ausfindig machen. Solche Drohungen nehmen in letzter Zeit zu und verunsichern die Gemeinschaft“, erklärt Bilgen gegenüber IslamiQ. „Die Drohbriefe zeigen, dass wir ein Rassismus-Problem haben. Wir dürfen es nicht verharmlosen und müssen es gemeinsam angehen.“

Für die Türkischen Gemeinde Niedersachsen ist das Schreiben kein Einzelfall, die man erst nehmen müsse. Vor allem am Steintor, wo viele Geschäfte und Restaurants von Migranten betrieben werden.

 

Leserkommentare

Vera von Praunheim sagt:
Wenn das Anzünden von Moscheen angedroht wird, ist das wirklich als ein Rassismus-Problem zu definieren? Oder ist das eher ein Religionsproblem mit dem Islam bzw. eine Ablehnungshaltung gegenüber der islamischen Religionsideologie? Solche Briefeschreiber sollten unbedingt auch psychoanalytisch befragt und hinterfragt werden.
18.07.20
2:19
Rita sagt:
Wenn diese Drohungen im Namen "der Deutschen" geschrieben wurden, schäme ich mich als Deutsche in Grund und Boden. Diese Drohungen sind ernstzunehmen und jede einzelne sollte zur Anzeige kommen. Ich fordere die Polizei und die Staatanwaltschaft auf, das mit der gesamten Härte des Gesetzes zu verfolgen und zu bestrafen. Kein Millimeter nach rechts, auch nicht unter dem Deckmantel der AfD!! An alle Betroffenen mein Mitgefühl....lässt Euch das nicht gefallen. Wir sind mehr!
26.07.20
11:45
Kritika sagt:
An ' Vera v. P." Auch ich halte es für problematisch, diedurchaus vorhandene Feindschaft in Deutschland und andere Länder, z.B. Die Niederlande
07.08.20
13:33
Kritika sagt:
An Vera v. P. Auch ich halte es für problematisch, die durchaus gut begründbare vorhandene Muslim- Kritik bis -Feindschaft in Deutschland und anderen Ländern, z.B. Die Niederlande, als ein Rassenproblem zu sehen. Ich kann einem Japaner leicht einer asiatischen Rasse zuordnen, und wenn ich ihm frage " anata wa Nihon jin deska?" dann ist nichts rassistisches im Spiel, im Gegenteil, die Frage wird immer offen und freundlich beantwortet. Menschen nach Rassen einzuordnen, war ein Verbrechen der NSDAP. Das sollten vernunftbegabte Menschen nicht wieder aus der Mottenkiste holen Nein, hier handelt es sich um pure Polemik: Muslims möchten gerne eine Rasse sein, weil - - Wer Muslims nicht mag , der ist dann nicht nur ein sympatischer Islamgegner sondern man ist automatisch ein ekelhafter Rassist. Islamiq und auch ein Blogger und " MuslimFlüsterer " , spielen gerne auf diesem Klavier. Es freut mich, dass diese Sie nicht so recht überzeugen konnten. Gruss, Kritika
07.08.20
14:18