Christchurch

Moschee-Attentäter verzichtet bei Urteil auf Anwälte

Wie am Montag bekannt wurde, verzichtet der Moschee-Attentäter von Christchurch bei der bevorstehenden Urteilsverkündung auf seine Anwälte.

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07
2020
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Christchurch
Christchurch-Attentat; Gericht © Facebook, bearbeitet by iQ

Der Moschee-Attentäter von Christchurch verzichtet bei der bevorstehenden Urteilsverkündung auf Anwälte. Wie am Montag bekannt wurde, wolle der Mann von seinem Recht Gebrauch machen und sich selbst vertreten, gab Richter Cameron Mander bekannt. Das Urteil soll am 24. August verkündet werden.

Der angeklagte Rechtsextremist hatte sich im März in einer Videoschalte überraschend schuldig bekannt. Dem Australier werden 51 Morde, 40 versuchte Morde sowie Terrorismus zur Last gelegt. Ihm droht lebenslange Haft. Ein Anwalt werde für den Fall bereitstehen, dass sich der Angeklagte später doch noch entscheiden werde, sich rechtlich vertreten zu lassen, hieß es.

Das Attentat vom 15. März 2019 war das schwerste Gewaltverbrechen in der jüngeren Geschichte des Pazifikstaates. Der Täter hatte damals in zwei Moscheen in Christchurch auf muslimische Gläubige geschossen. Die Attacke übertrug er per Helmkamera live im Internet. Vor dem Blutbad hatte er eine Kampfschrift mit rassistischen Parolen ins Netz gestellt.

Attentäter bekennt sich schuldig

Der Attentäter von Christchurch hatte sich vor Gericht überraschend schuldig bekannt. Der 29-jährige Australier Brenton Tarrant gestand im März per Video-Link aus dem Gefängnis in Auckland, am 15. März 2019 vor zwei Moscheen in Christchurch 51 Menschen erschossen zu haben, wie neuseeländische Medien berichten. Die Namen der 51 Opfer seien dem Angeklagten vorgelesen worden, bevor Tarrant auf die Frage, wie er plädiere, antwortete: „Ja, schuldig“.

Das gleiche Verfahren sei bei der Anklage wegen 40 Mordversuchen vor dem Gericht in Christchurch zur Anwendung gekommen. Auch dazu habe sich der rechtsextreme Tarrant schuldig bekannt. Bislang hatte er auf nicht schuldig plädiert.

Die Bürgermeisterin, Lianne Dalziel, sagte am Jahrestag des Anschlags: „Was damals geschah, ist ständig in meinem Kopf. Kein einziger Tag ist vergangen, ohne dass ich mich damit beschäftigen musste.“ Sie erinnerte an den Zusammenhalt und an die unglaubliche Unterstützung aus aller Welt, die sie bekommen hatten. Vor allem Premierministerin Jacinda Ardern bekam international großes Lob. Die Tage danach umarmte sie viel, trug Kopftuch, fand die richtigen Worte. Insbesondere schloss sie Neuseelands Muslime – etwa 40 000 – fest in die Gesellschaft ein: „Neuseeland ist ihre Heimat. Sie sind wir.“ (dpa/iQ)