Ulm

Unbekannte schlagen Fenster von Moschee ein

Unbekannte haben Scheiben von zwei muslimischen Gebetsräumen im Universum-Center am Ehinger Tor in Ulm eingeschlagen. Die Polizei ermittelt.

08
02
2020
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Rechtsextremisten, Aufkleber
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Unbekannte haben Scheiben von zwei muslimischen Gebetsräumen, eine davon eine arabische Moschee,  im Universum-Center am Ehinger Tor in Ulm eingeschlagen. Dreimal haben ein oder mehrere Täter die Vereine attackiert. Infolge der nachts eingeschlagenen Scheiben entstand ein Sachschaden  von rund 4.000 Euro, teilt die Polizei der Südwest Presse mit. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Attacken nicht im Polizeibericht

Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jürgens haben sich die Attacken bereits Ende Januar ereignet, in den Nächten des 27., 28. und 31. Januar. In den veröffentlichten Polizeiberichten sind die Vorfälle jedoch nicht aufgeführt: Der Sachschaden sei zu gering und es gebe keine belastbaren Hinweise auf eine politisch oder religiös motivierte Tat.

Solidarität mit Muslimen in Ulm

Erst nach einer gemeinsamen Erklärung des Ulmer Rates der Religionen wurde der Angriff bekannt. „Wir verurteilen diese Angriffe auf das Schärfste. In Deutschland ist die freie Religionsausübung nicht nur Menschenrecht, sondern auch durch unsere Verfassung garantiert“, heißt es in dem Schreiben, das von den beiden Sprechern des Religionsrats, Dekan Ulrich Kloos und Rabbiner Shneur Trebnik, unterzeichnet ist. Weiter versicherte der Rat seine uneingeschränkte Solidarität mit den betroffenen Gemeinden: „Wir appellieren an alle Ulmerinnen und Ulmer, wachsam zu sein, wo der Respekt voreinander abhanden kommt, und sich für ein gutes Miteinander der verschiedenen Religionen in unserer internationalen Stadt einzusetzen.“

Polizei geht von Einzeltäter aus

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Man sei in den Nächten nach dem ersten Vorfall verstärkt ums Ehinger Tor herum Streife gefahren und habe in der Nacht auf den 1. Februar einen Tatverdächtigen festgenommen. Dieser habe diese Taten bislang nicht zugegeben. Es sei offen, ob es sich um bloßen Vandalismus oder ein religiös motiviertes Vorgehen gehandelt habe.