FREITAGSPREDIGTEN, 07.02.2020

Umwelt, der Prophet Luqman (a) und Respekt

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

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Freitagspredigt
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es diese Woche um die Verantwortung über die Umwelt. Der Prophet Sâlih (a) erinnerte sein Volk an die Gaben Allahs, aber gleichzeitig auch an die Verantwortung, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Wie umfassend die Konzepte von Unheil und Verderben sind, zeige die Überlieferung, bei dem der Prophet Muhammad (s) auf einen Toten zeigend sagte, dass dieser entweder ‚mustarih‘ oder ‚mustarahun minh‘ sei .  ‚Mustarih‘ sei ein gläubiger Diener, der von der Qual und Anstrengung der Welt befreit sei und die Barmherzigkeit Allahs gewonnen habe. Der andere sei hingegen ein Sünder, von dem die Menschen, Städte, Pflanzen und Tiere endgültig befreit und nun zur Ruhe gekommen wären. Aus dieser Überlieferung gehe hervor, dass Muslime für die Umwelt verantwortlich sind. Ihr zu schaden gelte als „Fasâd“, also Verderbnis.

Auch wenn man der Umwelt nicht absichtlich schaden wolle, sei man infolge der Industrialisierung an ihrer Zerstörung mitbeteiligt. Die Menschheit nutze heute Produktionsformen, die zwar mehr wirtschaftlichen Gewinn versprechen, die jedoch der Umwelt schade.  Die grenzenlose Habsucht führe dazu, dass die Natur allmählich zerstört werde.
Viele Länder nehmen für wirtschaftliches Wachstum Luftverschmutzung oder Erderwärmung billigend in Kauf. Die Folgen ließen sich kaum noch kontrollieren und schaden nicht nur der Umwelt, sondern allen Lebewesen. Außerdem sollte man Produkte meiden, die besonders in Entwicklungsländern Arbeitskräfte ausbeuten und damit Menschenrechte missachten. Ein Muslim könne nicht die Einstellung „Hauptsache günstig“ vertreten. Am Jüngsten Tag werde Allah die Erde zu Wort kommen und über die guten Taten sowie über die Sünden berichten lassen.

Luqman (s) und seine Ratschläge

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert den Propheten Luqman (s) und dessen Ratschläge. Der Prophet Muhammad (s) sagte einmal, dass Religion auch „Ratschlag“ sei. Jeder Mensch brauche in seinem Leben manchmal Ratschläge. Für Gläubige ist der edle Koran zweifellos eine Quelle für Ratschläge. Ratschläge seien Anlass für das Wohlgefallen Allahs. Ratschläge an Jugendliche seien besonders wichtig. Sie seien weichherzig und wären schnell gekränkt.

In diesem Sinne sollte man sich sanfter und toleranter an Jugendliche nähern. Die Ratschläge des Propheten Luqman (a) seien im Koran als Vorbild gegeben. Der Prophet Luqman (a) diene als Beispiel zum Ansprechen von Jugendlichen und werde im Koran als weise Person beschrieben. Ein Beispiel solle dies demonstrieren: „Mein Sohn, verrichte das Gebet und gebiete, was Rechtens ist, und verbiete das Unrechte und ertrage standhaft, was dich trifft. Dies ist eins der beschlossenen Dinge.“ (31/17)

Respekt gegenüber den Eltern

Die Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) behandelt diese Woche den Respekt gegenüber den Eltern. Dabei zitiert die VIKZ eine Überlieferung vom Propheten Muhammad (s), in der es heißt: „Das Wohlwollen Allahs ist im Wohlwollen der Eltern versteckt und der Groll Allahs wiederum im Groll der Eltern.“

Allah habe den Muslimen geboten ihren Eltern zu gehorchen. Deshalb sollte jeder Muslim die Herzen der Eltern gewinnen und ihren Wünschen Folge leisten, solange diese nicht im direkten Widerspruch zu den Geboten und Verboten Allahs und seinem Gesandten stehen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.