TOM 2019

Fragen zum Tag der offenen Moschee

Am morgigen Tag der offenen Moschee (TOM) öffnen mehr als tausend Gemeinden ihre Türen. IslamiQ beantwortet häufig gestellte Fragen von nichtmuslimischen Moscheebesuchern.

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2019
TOM-Plakat 2019 - Menschen machen Heimat/en
TOM-Plakat 2019 - Menschen machen Heimat/en

Was genau ist der TOM?

„TOM“ steht für den Tag der offenen Moschee, der seit 1997 jährlich am 3. Oktober stattfindet. Seit 2007 wird am 3. Oktober der Tag der offenen Moschee unter dem Schirm des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und mit einem neuen Motto organisiert. Der jeweils festgelegte Themenschwerpunkt soll verdeutlichen, dass Muslime, die in Moscheen, Vereinen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Initiativgruppen und Aktionsbündnissen aktiv sind, sich längst mit den Themen der Gesamtgesellschaft auseinandersetzen und positiv hineinwirken möchten. Ebenso ermöglicht es dieses Schwerpunktthema, ein reales Bild der Muslime, das in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung findet, in die Gesamtgesellschaft hineinzutragen. Zudem eröffnen die Themen jedes Jahr die Möglichkeit, das muslimische Selbstverständnis aus einer anderen Perspektive wiederzugeben.

Welches Motto wurde in diesem Jahr gewählt?

Unter dem Motto „Menschen machen Heimat/en“ ruft der Koordinationsrat der Muslime (KRM) zum diesjährigen Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober auf. Ziel der alljährlichen Veranstaltung ist es, ein Kennenlernen der Muslime und ihrer Gemeinden zu ermöglichen und Vorurteile und Missverständnisse zu überwinden. Mit dem diesjährigen Thema möchten Muslime das „eindimensionale Heimatverständnis um die weitgehend unbekannte islamische Perspektive erweitern“, heißt es auf der offiziellen TOM-Seite. Diese könne mit ihrer gelasseneren Herangehensweise zu einer anderen Wahrnehmung von „Heimat“ in einer globalisierten Welt beitragen. Muslime können sich in der Regel dort heimisch fühlen, wo sie sich im Alltagsleben bewegen können, ohne viel darüber nachdenken zu müssen, ob sie „die richtige Worte finden oder mit ihrer Kleidung anecken“, so der KRM. Denn eine Zugehörigkeit schaffe Vertrautheit und gebe Handlungssicherheit.

Wie erfährt man, welche Moschee mitmacht?

Auf der offiziellen TOM-Homepage  findet man eine Liste mit den bundesweit teilnehmenden Moscheen. Die Liste wird bis zum 3. Oktober laufend aktualisiert. In den letzten Jahren nahmen deutschlandweit immer rund tausend Moscheen teil. Weitere Informationen gibt es auf den jeweiligen Internetauftritten der islamischen Religionsgemeinschaften. Es ist ratsam, sich direkt in der Gemeinde oder auf deren Homepages bzw. sozialen Medien über das anstehende Programm zu informieren.

Muss ich mich anmelden, um eine Moschee zu besuchen?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die teilnehmenden Moscheen haben ihre Türen am 3. Oktober normalerweise von Mittag bis zum Abend geöffnet und freuen sich über jeden Gast. Da die einzelnen Moscheen aber unterschiedliche Programmabläufe für diesen Tag vorbereitet haben, empfiehlt es sich, sich vorher darüber zu informieren, um bestimmte Programmpunkte wie beispielsweise Vorträge oder künstlerische Darbietungen nicht zu verpassen.

Warum gibt es den TOM?

Der TOM wurde vor zwanzig Jahren ins Leben gerufen, um den Austausch und Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern. Gerade in Zeiten zunehmender Vorbehalte gegenüber Muslimen und ihren Moscheen und steigenden antimuslimischen Ressentiments erschien es Muslimen und Gemeinden naheliegend, ihre Türen für Interessierte zu öffnen, um diesen Vorbehalten entgegenzuwirken. In den einzelnen Moscheen wird das ganze Jahr über gute religiöse und soziale Arbeit geleistet, die fast ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern getragen wird. Einmal im Jahr versuchen die Gemeinden diese Arbeit nach außen zu tragen und mit Anderen in den Austausch darüber zu treten.

Muss ich etwas Bestimmtes anziehen?

Für Besucher von Moscheen existiert keine Kleidervorschrift. Ein Zeichen des Respekts wäre es, wenn man vor allem beim Betreten der Gebetsräume nicht zu freizügig gekleidet ist. Dies ist in Deutschland gängige Praxis, auch beim Besuch von anderen Gotteshäusern wie beispielsweise Kirchen oder Synagogen. In einer Moschee sitzt man meistens auf dem Boden, der mit einem weichen Teppich ausgelegt ist. Außerdem betritt man einen Gebetsraum ohne Schuhwerk – deshalb auch auf saubere Socken achten.

Wie lange dauert ein Moscheebesuch?

Die Dauer eines Moscheebesuchs hängt im Prinzip vom eigenen Interesse ab. Darüber hinaus bieten die einzelnen Moscheen unterschiedliche Programmabläufe an, sodass die Dauer des Aufenthalts auch deshalb variieren kann. Eine Moscheeführung dauert im Durchschnitt etwa eine halbe Stunde. Je nachdem wie viele Fragen dabei gestellt werden und was für Gespräche zustande kommen, kann auch diese Zeit erheblich variieren. Grundsätzlich steht es selbstverständlich jedem Besucher frei, die Dauer seines Aufenthalts in den Moscheen selbst zu bestimmen.

Mit wem kann ich dort sprechen?

Die Moscheen bereiten sich gut auf den TOM vor. In der Regel bietet sich der Imam der Moschee für religiöse Fragen und Gespräche an. Außerdem stehen aktive Gemeindemitglieder, vor allem Jugendliche sowie Vorstandsmitglieder für Gespräche zur Verfügung. Einige Gemeinden laden für Vorträge oder Diskussionsrunden Experten, beispielsweise aus dem Fachbereich Islamische Theologie, ein.

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. "- - - ohne viel darüber nachdenken zu müssen, ob sie - - mit ihrer Kleidung anecken - - “, ------------- M.a.W. ohne Rücksicht zu nehmen auf die Gefühle ihrer Gastgeber, welche ( hohe ) Kosten noch Mühe scheuen, um ihre undankbaren Musselmänner und -Frauen vor der Tötungsgefahr ihrer Glaubensgenossen zu bewahren. Wenn die verantwortliche Mufties eine "Mussel go home " Stimmung vermeiden wollen, sollten sie für Akzeptanz an Stelle von Diskrepanz sorgen. Sie sollten sehr wohl darüber nachdenken, nicht anzuecken, auch nicht mit Kleidung. Gruss, Kritika
03.10.19
2:16
Ute Fabel sagt:
Ich habe den Tag der offenen Moschee schon genutzt und selbstverständlich wie alle anderen auch die geltende Bekleidungsordnung akzeptiert und mir die Schuhe ausgezogen. Daher sollten im Gegenzug Musliminnen, die im staatlichen Bildungssystem oder der Justiz arbeiten wollen, auch gerne bereit sein, religions- und weltanschauungsneutrale Bekleidungsordnungen zu akzeptieren und das Kopftuch abzulegen. Der Staat sollte sich nicht einmischen, welche Bekleidungsvorschriften Religionsgemeinschaften in ihren Kirchen, Moscheen und Tempeln anwenden. Umgekehrt sollten sich Religionsgemeinschaften nicht einmischen, welche Bekleidungsvorschriften in staatlichen Gebäuden einzuhalten sind.
03.10.19
14:41
Muschti sagt:
Eine willkommene Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Die Debatten der letzten Jahre und die ganzen Bemühungen der Hassprediger im Netz sowie der kommunikationsgeschädigten Mitläufer bei den Demos des Nazimitgehängsels wirken sich positiv auf die Haltung der Muslime und ermöglichen die Öffnung der muslimischen Bevölkerungsgruppen für Andersdenkende. Ebenfalls schön sind die politischen Entwicklungen der Nachbarstaaten, wo immer mehr rechte Strukturen an Rückhalt aus der Gesellschaft einbüßen und Niederlagen hinnehmen müssen. Zudem kommen neue Regelungen des EU Parlaments gegen Hatespeeches in den Socialmedia Plattformen, wo die Betreiber zur Löschung von Hatespeeches verpflichtet werden, sodass eine umfassend Räumung des Netzes von Hirnrissigkeiten die Folge ist. Sehr sehr gelungen. Statistisch gesehen, wird wohl oder übel kein Nazihorst, aufgrund fehlender Einsicht, Bereitschaft zum Diskurs, Argumentationsstärke, Verständnis von Ideengeschichte, Weitsichtigkeit, Empathiefähigkeit, Intellektualität, Weltwissen usw, die Moschee besuchen. Diejenigen, die dies jedoch schaffen, drücke ich die Daumen, dass sie hoffentlich ein anderes Bild vom Islam präsentiert bekommen.
03.10.19
14:42
Emanuel Schaub- sagt:
Kritika ,gehen Sie mal in einen Gottesdienst in eine Synagoge ohne Kopfbedeckung ;fühlen Sie sich eigentlich auch von den Kippa Trägern oder den Kreuz Zurschaustellern oder ...in Ihren GEFÜHLEN verletzt!!!??? Bei allem versuchen Sie aus einem Zeichen das Ihnen zupass kommende Zu benutzen ,um Ihren Islam Komplex zu nähren . (Komplexe sind sonst immer ein THERAPIE Grund; aber ich fürchte um den evtl.Therapeuten... SPERRIG GESCHRIEBEN ;Wenn jemand Grund hat ,sich in den Gefühlen verletzt zu fühlen ,dann die von Ihnen angegriffene Bevölkerungsgrupee. gruß emanuel
05.10.19
12:34