Nordrhein-Westfalen

NRW unterstützt muslimisch-jüdisches Schülerprojekt

Die NRW-Landesregierung setzt sich entschieden für ein tolerantes Miteinander und gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Das Integrationsministerium unterstützt dazu das Schülerprojekt „Vielfalt zum Anfassen: Schüler*innen gegen Antisemitismus“ bis Ende 2019.

17
07
2018
Symbolbild: Schule © shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Unterricht © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Politiker von der nordrhein-westfälischen Landesregierung sowie SPD und Grünen unterstützen das Schülerprojekt gegen Antisemitismus der Organisation „JuMu“ (Juden und Muslime). In einer aktuellen Stunde im Landtag warf Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) der AfD am Freitag „Stimmungsmache“ gegen das jüdisch-muslimische Schülerprojekt und den Zentralrat der Muslime (ZMD) vor, auf dessen Initiative das Projekt gegründet worden war.

Zielgruppe von „JuMu“ seien Menschen, die von bisherigen Maßnahmen gegen Antisemitismus nicht erreicht worden seien, etwa weil sie nicht in Deutschland zur Schule gegangen seien. In „JuMu“-Workshops würden sie über Antisemitismus aufgeklärt, sagte Stamp. Oft lernten die Jugendlichen dort überhaupt erstmals Menschen jüdischen Glaubens kennen.

In rund 30 Workshops werden Jugendliche in ganz Nordrhein-Westfalen für das Thema Antisemitismus sensibilisiert. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendämtern, Schulen und Berufskollegs sollen sich Muslime und Juden persönlich kennenlernen, um so das interkulturelle und interreligiöse Verständnis zu verbessern. Gerade bei Flüchtlingen aus dem muslimischen Kulturraum sei die Vermittlung von demokratischen Grundwerten und Kenntnissen der deutschen Geschichte wichtig. .

Die rechtspopulistische AfD hatte eine Debatte über eine Pressemitteilung des Integrationsministeriums auf die Tagesordnung gesetzt. Dieses hatte erklärt, „JuMu“ mit 160 000 Euro zu unterstützen. In einer Korrektur stellte das Ministerium später klar, dass das Geld direkt in die Projektarbeit fließe. (dpa, KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
"Oft lernten die Jugendlichen dort überhaupt erstmals Menschen jüdischen Glaubens kennen" Meiner Meinung nach findet man die aufregendsten Menschen nicht unter den gläubigen Juden, sondern unter den jüdischen Ketzern. Die hochinteressante Personengruppe dieser ungläubigen Ex-Juden sollte man jenen Menschen, die noch nie einen gläubigen Juden kennengelernt haben, keinesfalls vorenthalten. Ich denke da an Persönlichkeiten wie den bekennend schwulen Israeli Yuval Noah Harari, der die tatsächliche Geschichte des Homo Sapiens in seinem literarischen Hauptwerk für jedermann gut nachvollziehbar voller Poesie beschreibt. In meiner Heimatstadt Wien lebte einst der erklärte Antitheist jüdischer Herkunft, Sigmund Freud. Der spätere sozialdemokratische Politiker Hugo Breitner, der im Jahr 1900 die richtige Entscheidung getroffen hat aus der Israelitischen Glaubensgemeinschaft auszutreten, war hauptverantwortlich für die soziale Wohnbaupolitik des Roten Wiens der Zwischenkriegszeit, von der die Stadt, in der ich lebe, heute noch immer profitiert. Ich würde sagen, dass er überhaupt DER österreichische Politiker ist, den ich am meisten verehre. Leider befürchte ich, dass all diese selbständig denkenden Menschen nicht Inhalt des Projekts "Jumu" sein werden.
19.07.18
12:39