Referendum in der Türkei

Experte: Kurs von Ditib nach Referendum noch offen

Nach dem Referendum in der Türkei lässt sich nach Ansicht des katholischen Theologen Timo Güzelmansur noch nichts über den künftigen Kurs bei der deutsch-türkischen Religionsgemeinschaft DITIB sagen.

18
04
2017
DITIB
Die DITIB-Zentralmoschee in Köln © flickr / CC 2.0 / Bjarke Libourisson

Nach dem Referendum in der Türkei lässt sich nach Ansicht des katholischen Theologen Timo Güzelmansur noch nichts über den künftigen Kurs beim deutsch-türkischen Moscheeverein DITIB sagen.
Die Kooperation zwischen DITIB und der türkischen Religionsbehörde Diyanet scheine nach dem Putschversuch im vergangenen Sommer immer enger geworden zu sein, sagte Güzelmansur in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Einige islamische Organisationen in Deutschland dienen der türkischen Regierung als Zugang zu den hier lebenden Türkischstämmigen“, so der Leiter des Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO) in Frankfurt. „Ob die türkische Regierung auf diese Möglichkeit verzichten wird, kann man heute nicht sagen.“

Die DITIB ist mit rund 900 Gemeinden der größte islamische Einzelverband in Deutschland. Der Verband stand zuletzt wegen seiner Nähe zur türkischen Regierung in der Kritik. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Holger Berger sagt:
Wenn dieser islamische Einzelverband der türkischen Regierung nahe steht, so muß er nunmehr umso mehr klar Stellung beziehen und Farbe bekennen. Die islamisch orientierte türkische Regierung begrüßt die Wiedereinführung der Todesstrafe in ihrem Herrschaftsgebiet. Sollen dann in Deutschland Religionsgemeinschafts-Verbände hingenommen werden, die ebenfalls die barbarische Todesstrafe lieben oder dulden? Ich erwarte die entschiedene Ablehnung der Todesstrafe durch DITIB. Religion und Todesstrafe haben in Deutschland definitiv nichts verloren. Derartig abartiges gehört nicht zu Deutschland.
19.04.17
12:55
Andreas sagt:
@Holger Berger: Wieso sollte Religion in Deutschland nichts verloren haben? Unser Grundgesetz gewährt Religionsfreiheit. Die Todesstrafe zu befürworten fällt unter die Meinungsfreiheit. Es gibt auch unter den Nicht-Muslimen Befürworter der Todesstrafe. Ebenso gibt es unter den Muslimen Gegner der Todesstrafe.
21.04.17
12:32
grege sagt:
aber so ein Veband, der die Todesstrafe nicht zurückweist, eignet sich wohl kaum als Partner für die Organisation von Religionsunterricht, wie es derzeit in NRW der Fall ist.
22.04.17
20:02