Hannover

Die erste Gefängnismoschee

Die JVA Hannover richtete die erste Gefängnismoschee ein. Die Schura Niedersachsen begrüßt diesen Schritt und wünscht sich nun eine Professionalisierung der Gefängnisseelsorge.

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Diskussion um Gebetsräume © Jenny Gould auf flickr.

In der Justizvollzugsanstalt Hannover wurde die erste Gefängnismoschee in Niedersachsen errichtet. Der 60 Quadratmeter große Raum mit einem blau weißen Schild am Eingang, auf dem „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“ steht, wurde für die etwa 50 muslimischen Häftlinge, die sich derzeit in diesem Gefängnis befinden, eingerichtet. Niedersachsen leistet damit Pionierarbeit auf diesem Gebiet.

Der Vorsitzende der Schura Niedersachsen Recep Bilgen begrüßt diese Entwicklung und sieht darin das Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit muslimischen Seelsorgern. „Seit einigen Jahren arbeiten in den Niedersächsischen JVAs ca. 33 Muslimische ehrenamtliche Seelsorger. Die Kooperation mit dem Justizministerium und den einzelnen Gefängnisleitern ist sehr gut. Auf Grund dieser guten Zusammenarbeit und den religiösen Bedürfnissen der Häftlinge wurde der Gebetsraums in der JVA in Hannover eingerichtet.“, so Bilgen gegenüber IslamiQ.

Wie die „Neue Presse“ berichtete, soll nach Angaben des JVA-Leiters Matthias Bormann nun geprüft werden, ob muslimische Seelsorger in Zukunft auch hauptamtlich beschäftigt werden, wie christliche Seelsorger. Bisher arbeiten muslimische Seelsorger lediglich auf ehrenamtlicher Basis. „Wir wollen die muslimische Gefängnisfürsorge professionalisieren und institutionalisieren“, fordert Emine Oguz von der Geschäftsführung der islamischen Religionsgemeinschaft DITIB.