Integrationsbeauftragte

Özoğuz fürchtet Ablehnung gegenüber Moscheen

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer zunehmenden Ablehnung von Moscheen, als Folge der jüngsten Terroranschläge.

28
07
2016
Aydan Özoğuz fordert Ausbildung der Imamen in Deutschland
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration - Aydan Özoğuz © SPD / Dominik Butzmann, bearbeitet IslamiQ

Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach fürchtet die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), eine zunehmende Ablehnung gegenüber Moscheen in Deutschland. „Moscheen sind für viele Bürger immer noch vermeintliche No-Go-Areas. Ich habe die Befürchtung, dass sich diese Distanz jetzt noch verstärken wird“, sagte die Staatsministerin am Donnerstag.

Die meisten Bürger seien sich nicht so sicher, ob sie eine Moschee betreten können – „trotz des jährlichen Tages der offenen Moschee“, erklärte die SPD-Politikerin. Da seien „scheinbar Trennwände, die in Wahrheit nicht sein müssten“. Sie sprach sich auch dafür aus, dass die Vorstände und Geistlichen von Moscheen und Vertreter der Kirchen noch intensiver miteinander arbeiten sollten.

Özoğuz forderte zugleich mehr Eigeninitiative des organisierten Islam in Deutschland in der Präventionsarbeit: „Für mich gehören aber auch die Moscheen dazu, die wir stärker in die Verantwortung nehmen sollten, wenn es um Aufklärung bei Jugendlichen geht.“

Kontakte zu Flüchtlinge pflegen

Özoğuz appellierte die Bevölkerung, auf Flüchtlinge zuzugehen: „Der direkte Kontakt zu Flüchtlingen ist das beste Mittel gegen die Angst vor ihnen.“ Die allermeisten Flüchtlinge seien ja ganz normale Menschen, so die SPD-Politikerin, „die sehr darunter leiden, dass sie aus ihrer Heimat fliehen mussten“. Wer es mit diesen Menschen zu tun habe, werde ganz bestimmt nicht zu dem Schluss kommen, sie alle unter Generalverdacht zu stellen. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Vorbild für neu zu errichtende Moscheen in Deutschland sollte die grösste niederländische Moschee, die Ulu Moschee in Utrecht, sein. Nicht nur, dass diese ästhetisch sehr ansprechend ist (Backsteinbau mit Glaseinsätzen, aus welchen nachts grünes Licht leuchtet) - sie enthält neben dem Gebetsraum auch einen überkonfessionellen Andachtsraum.
28.07.16
12:33
Mareike sagt:
Warum sollen die Menschen auf Flüchtlinge zugehen, die sie gar nicht im Land haben wollen? Wir können nicht noch mehr Muslime im Land gebrauchen, die ihre Konflikte hier austragen.
28.07.16
13:03
Maria sagt:
Es ist das gute Recht der Menschen in Deutschland, Moscheen abzulehnen. So ist das eben in einer Demokratie. Die Mehrheit sagt, wo es lang geht. Vor allem ist die Ablehnung verständlich, wenn man dauernd Bilder von Muslimen sieht, die sich in die Luft sprengen, mit einer Axt um sich schlagen, einem Pfarrer während eines Gottesdienstes die Kehle durchschneiden etc. Und wenn dann auch noch die muslimischen Organisationen behaupten, das habe mit dem Islam nichts zu tun, dann sorgt das erst Recht nicht für Vertrauen.
28.07.16
13:38
Maria sagt:
@Ute Fabel: Die Frage ist, ob wir überhaupt Moscheen brauchen. Muslime können überall beten. Dazu genügt ein ganz normaler Gemeinschaftsraum. Zu Zeiten Mohameds gab es noch gar keine Moscheen. Die sind erst eine Erfindung nachfolgender Generationen. Und dann haben die, die wir in Deutschland hingesetzt bekommen, alle die Architektur der türkischen Moscheen, die von außen total hässlich sind. Arabische Moscheen wären da schon ansprechender. Auch diese widerwertigen Minarette, die doch sehr an Raketen erinnern, halte ich für überflüssig. Eigentlich sollte die Demokratie entscheiden, ob wir das wollen oder nicht. Erdogan selbst spricht doch auch immer vom Volkswillen. Das gilt aber wohl nur, wenn der Volkswille sich mit seinem Willen deckt.
28.07.16
16:03
Chris sagt:
ja was haben wir aus dem Dritten reich gelernt ? Richtig ! Nichts und schon wieder wird eine Religionsgemeinschaft angefeindet und zum Sündenbock erklärt GEGEN DAS VERGESSEN ? nein alles wiederholt sich
28.07.16
20:01
Enail sagt:
Es mag schon sein, dass die allermeisten Flüchtlinge ganz normale Menschen sind usw. Aber was ist mit den anderen. Denen steht es nicht auf der Stirn geschrieben, dass sie eigentlich Böses im Schilde führen. Und die Anderen kennt man auch nicht, sie sind vielleicht über das ganze Land verteilt. Niemand weiß das, und das macht die Sache eben gefährlich. Der Ansbacher Attentäter war nach neuesten Erkenntnissen schon in Syrien ein Mitglied des IS. Trotzdem konnte er ungehindert in DE einreisen, niemand verdächtigte ihn. Und solange wir nicht wissen, denn viele sind mit falschen Papieren, oder gar keinen Papieren oder falscher Identität eingereist, wer sich eigentlich in unserem Land befindet, solange wird das Misstrauen gegenüber Flüchtlingen bestehen. Auch der Attentäter von Würzburg wurde als freundlicher, netter junger Mann geschildert. Und ein Anschlag nach dem anderen in Europa, immer von Muslimen im Namen des Islam, erzeugt eine gewisse Skepsis gegenüber einer Religion, auf die sich Menschen berufen, wenn sie wieder unschuldige Menschen töten.
29.07.16
0:22
Ute Fabel sagt:
@Chris: Im Dritten Reich ging man absurderweise davon aus, dass Juden eine minderwertige Rasse darstellen würden. Eine ablehnende Haltung gegenüber einer Religion in Teilen oder auch was ihren Gesamtinhalt betrifft, kann daher keineswegs mit dem nationalsozialistischen Antisemitismus in Zusammenhang gebracht werden, der ja auf die Herkunft und Abstammung abstellte. Religionen sind von Menschen geformte Ideologien. Es ist ja auch legitim, Scientoolgy oder das Mormonentum abzulehnen. Warum sollten dann alle gerade vor dem Islam tiefen Respekt haben?
29.07.16
12:09
Maria sagt:
@Chris: was hat denn das Dritte Reich damit zu tun, dass muslimische Terroristen Terroranschläge begehen?
29.07.16
15:46
Manuel sagt:
@Chris: Höhen Sie mal mit Ihren vergleichen auf! Die stimmen überhaupt nicht, es gab damals keinen einzigen Juden, der einen Anschlag im Namen seiner Religion verübt hat, im Gegenteil das Judentum ist ein Teil der europäisch-westlichen Kultur, der Islam ist es bei aller Toleranz nicht (auch wenn es Südspanien gab), besonders gerade jetzt, wo es statt Fortschritt überall nir Rückschritt in der Islamischen Welt gibt.
29.07.16
18:21
Mads sagt:
@Chris: Ich kann nicht erkennen, dass Muslime in Deutschland systematisch verfolgt und eingesperrt werden. Tatsächlich dürfte die Neue Türkei von Präsident Erdogan näher am Dritten Reich sein, als Deutschland. Er nutzt den gescheiterten Militärputsch, um möglichst viele seiner Kritiker zu diskreditieren, indem er behauptet, sie seien am Putsch beteiligt gewesen. Beweise werden natürlich nicht vorgelegt. Man will sich wahrscheinlich genügend Zeit lassen, entsprechende Beweise zu fingieren.
02.08.16
9:20