Europäischen Netzwerks gegen Rassismus (ENAR)

Musliminnen öfter Opfer von Islamfeindlichkeit

Laut einer Studie des Europäischen Netzwerks gegen Rassismus (ENAR), sind muslimische Frauen in Europa häufiger Opfer von Hassverbrechen und stärker der Diskriminierung am Arbeitsplatz ausgesetzt als muslimische Männer.

28
05
2016
Frauen mit Kopftuch sind häufiger Opfer von Diskriminierung
Symbolbild: Frauen mit Kopftuch sind häufiger Opfer von Diskriminierung © by Hafez auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Muslimische Frauen werden in Europa häufiger Opfer von Hassverbrechen und sind stärker der Diskriminierung am Arbeitsplatz ausgesetzt als muslimische Männer. Das ist das Ergebnis einer Studie des Europäischen Netzwerks gegen Rassismus (ENAR), die am Freitag in Brüssel veröffentlicht wurde.

So seien etwa 90 Prozent der Opfer islamfeindlicher Zwischenfälle, die sich bei der niederländischen Organisation „Meld Islamofobie“ meldeten, im Jahr 2015 muslimische Frauen gewesen. In Frankreich hätten sich im Jahr 2014 rund 81,5 Prozent der Fälle islamophober Gewalt gegen Frauen gerichtet. In Großbritannien seien 2014 etwa 54 Prozent der Opfer von Gewalt mit antiislamischem Hintergrund Frauen gewesen.

Darüber hinaus seien muslimische Frauen auf dem Arbeitsmarkt häufiger Diskriminierung ausgesetzt als Männer. Laut der Studie hätten nur drei Prozent der deutschen Unternehmen Bewerberinnen zum Gespräch eingeladen, die auf dem Bewerbungsfoto ein Kopftuch trugen. 44 Prozent der Arbeitgeber in Belgien sagten der Studie zufolge, dass ein Kopftuch den Einstellungsprozess negativ beeinflussen könne. „Die EU kann es sich nicht erlauben, muslimische Frauen auszuschließen“, kritisierte ENAR-Vorsitzende Sarah Isal. Trotzdem werde zu wenig gegen die Diskriminierung von Musliminnen getan.

ENAR bemängelte, dass es in den verschiedenen EU-Ländern häufig schwierig sei, Daten zu Hassverbrechen und Diskriminierung von Muslimen – insbesondere von Musliminnen – zu erhalten. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Ich denke, dass eine Burschenschafterkappe oder ein Che-Guevara-Shirt auf einem Bewerbungsfot den Einstellungsprozess noch weit negativer beeinflussen würde. Wer seine Religion oder Weltanschauung jedem immer und überall in dogmatischer Weise durch seine Kleidung an die Nase bindet, muss damit leben, dass das nicht bei allen Begeisterungsstürme auslöst. Es gehört auch zur Meinungsfreiheit, das aufdringliche und auffällige Zuschaustellen von Religion und Weltanschauung abzulehnen. Mir sind Menschen sympathischer, die mit ihrer Religion oder Weltanschauung - gleich welcher - etwas dezenter umgehen. Die betreffenden Personen stellen sich also selbst ins Out und sollten endlich aufhören zu jammern. Wer A sagt, muss auch B sagen!
29.05.16
14:24
Manuel sagt:
Wenn jemand ein Piercing trägt oder ein auffallendes Tattoo, dann ist es legitim dieses Bewerber nicht zu nehmen, trägt aber eine ein Kopftuch, ohhh Schreck, dann wird wieder laut Diskriminierung geschrien. In unseren Breiten ist halt in manchen Bereichen ein Kopftuch unerwünscht, ist das so schwer zu verstehen, wer hier leben will hat sich anzupassen UNSERER Kultur anzupassen und nicht wir seiner.
29.05.16
16:25
Tamara sagt:
Ja, das ist richtig. Schließlich interessiert es nicht, welche Religion jemand hat. Wer nicht darauf verzichten will, dies offen heraus zu stellen, muss auch die Konsequenzen tragen.
04.06.16
19:24