Die NSU-Morde waren ein Schock und der antimuslimische Rassismus ist tief im Denken und in der Kultur der Gesellschaft verwurzelt, sagt Jürgen Micksch. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit und den Antrieb für sein Engagement.
Hat die CDU erneut ein Problem mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit innerhalb der Partei? Ein sächsischer CDU-Politiker bezeichnete die Rede von Navid Kermani zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes als „unerträglich“ und sprach von Kermani als einem „Iraner“.
Islamophobe und islamfeindliche Einstellungen, wonach der Islam von der Mehrheit der europäischen Bürger als gefährlich und unvereinbar mit westlichen Werten angesehen wird, sind weit verbreitet. Wir wollten von den Fraktionen im EU-Parlament wissen, was sie gegen solche Einstellungen tun.
Rechtspopulisten und rechtsradikale Parteien werden bei der anstehenden Europawahl 2014 eine stärkere Rolle spielen als bisher. Wir wollten daher von den Fraktionen im Europaparlament wissen, was diese konkret gegen Diskriminierung und Rassismus tun.
Die CDU soll endlich personelle Konsequenzen ziehen und sich vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Irmer distanzieren. Dies fordern SPD und DIE LINKE im hessischen Landtag. Irmer ist Herausgeber des Wetzlar Kuriers, indem erneut ausländerfeindliche und rassistische Hetze betrieben worden sein soll.
Der Politik- und Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha geht den Begriffen Nation, Ethnizität und kulturelle Identität nach und zeigt, wie man Fremd- und Selbstzuschreibungen bei der Ethnisierung durchbrechen kann. Vielfalt spielt dabei eine besondere Rolle.
Michael Privot ist Direktor des Europäischen Netzwerks Gegen Rassismus (ENAR). Wir sprachen mit ihm über den Kampf der Organisation gegen Ethnozentrismus, Rassismus und Diskiminierung in Europa.
Erst seit wenigen Jahren hört und liest man von „Racial Profiling“. Dabei ist das Problem alt: Es ist die Bezeichnung für verdachtsunabhängige Polizeikontrollen aufgrund von äußerlichen Merkmalen wie ausländisches Aussehen. Auch Muslime beklagen die Willkürlichkeit der Maßnahme.
Nachdem in Kansas (USA) drei Menschen jüdischen und christlichen Glaubens von einem Ku Klux Klan-Anhänger erschossen wurden, zeigten sich auch Muslime äußerst betroffen von dem Verbrechen. Sie bekundeten ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde und den Opfern.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat das neue Themenjahr gegen Rassismus gestartet. Mit dem Motto „Gleiche Chancen. Immer.“ soll unter anderem die Diskriminierung von Migranten bei der Wohnungssuche und im Berufsleben angesprochen werden. Unter den Botschaftern der Kampagne ist auch eine prominente muslimische Publizistin.