Mit deutlichen Worten prangert der Startrainer Pep Guardiola das weltweite Leid und den Genozid in Gaza an. Seine Aussagen finden Zustimmung – werden aber auch kritisiert.

Der Startrainer des englischen Clubs Manchester City Pep Guardiola äußert sich immer wieder zu gesellschaftspolitischen Themen. Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Barcelona sprach er nun offen über das Leid der Menschen in den palästinensischen Gebieten und über globale Gewalt.
In einer anschließenden Pressekonferenz verteidigte der 55-Jährige sein Engagement, nachdem er von einem Journalisten darauf angesprochen worden war.
„Noch nie in der Geschichte der Menschheit lagen uns die Informationen so klar vor Augen wie jetzt“, sagte Guardiola. „Der Völkermord in Palästina, was in der Ukraine geschieht, was in Russland passiert, was überall auf der Welt geschieht – im Sudan und überall. Was vor unseren Augen passiert. Wollen Sie es sehen? Es ist unser Problem als Menschen.“
Auch die Situation in den USA sprach er an. Dort waren die beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti bei Protestaktionen gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis von Beamten erschossen worden. „Sie wurden getötet“, sagte Guardiola. „Sag‘ mir, wie Sie das verteidigen können?“
Es gebe keine perfekte Gesellschaft, überall auf der Welt gebe es Bilder des Leids. „Es tut mir weh“, so Guardiola. „Im Moment töten wir uns gegenseitig – und wofür?“ Es sei wichtig, darüber zu reden, „ansonsten geht es immer weiter»“
Seine klaren Worte blieben nicht ohne Widerspruch.
Der jüdische Repräsentantenrat von Greater Manchester und Region kritisierte Guardiola öffentlich. „Pep Guardiola ist Fußballtrainer. Auch wenn seine humanitären Äußerungen gut gemeint sein mögen, sollte er sich auf den Fußball konzentrieren“, hieß es in einer Stellungnahme auf der Plattform X.
Zudem warf der Repräsentantenrat ihm vor, seine Reichweite nicht ausreichend genutzt zu haben, um Solidarität mit jüdischen Gemeinden zu zeigen, die von Terroranschlägen und antisemitischer Gewalt betroffen seien. Teile seiner Aussagen wurden als provokativ bezeichnet. Der Repräsentantenrat mahnte Guardiola außerdem zu mehr Zurückhaltung bei der Wortwahl.
Unterstützung erhielt der Trainer hingegen von der Menschenrechtsorganisation Amnesty UK. „Regierungen, die weltweit Millionen Menschen töten, vertreiben und entmenschlichen, wollen uns glauben machen, dass dies normal ist. Aber Guardiola hat Recht“, schrieb Amnesty im Vereinigten Königreich. „Wir dürfen nicht wegsehen. Und wir dürfen das nicht akzeptieren.“ (dpa, iQ)