In Chemnitz hat ein 34-Jähriger einen 26-jährigen Mann geschlagen und rassistisch beleidigt. Die Polizei prüft ein rassistisches Motiv.

Im Chemnitzer Zentrum ist ein 26-jähriger Mann geschlagen und rassistisch beleidigt worden. Er hatte zuvor aus seinem Auto heraus einen Mann dabei beobachtet, wie er vor einem Restaurant urinierte und ihn aufgefordert, dies zu unterlassen, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin beleidigte ihn der andere Mann.
Der 26-Jährige verließ sein Auto und wurde von dem Mann am Revers gepackt und geschlagen. Der Angreifer flüchtete zunächst. Die Polizei stellte kurze Zeit später unweit des Tatorts einen 34-jährigen Deutschen, auf den die Täterbeschreibung zutraf. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung ermittelt. Zudem prüft die Polizei ein rassistisches Motiv, weil der 26-Jährige die syrische Nationalität hat.
Diskriminierung aufgrund rassistischer Zuschreibungen ist in Deutschland relativ weit verbreitet. Laut aktuellen Studien erlebt gut die Hälfte aller Menschen, die sich ethnischen oder religiösen Minderheiten zugehörig fühlen, regelmäßig rassistische Diskriminierung. Trotz steigender Sensibilität für Fragen von Diskriminierung bleibt die Rassismusforschung in Deutschland strukturell ein Nebenschauplatz. Das zeigt ein Bericht des Wissensnetzwerks Rassismusforschung (WinRa), der neulich in Berlin vorgestellt wurde.