Rheinland-Pfalz

Muslime und Juden stellen sich gemeinsam gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

Auf einer Podiumsdiskussion in Mainz sprechen muslimische und jüdische Vertreter über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Die zunehmende Diskriminierung wirke sich negativ auf die religiöse Identitätsbildung aus.

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12
2022
Podiumsdiskussion in Mainz © Schura, bearbeitet by iQ.
Podiumsdiskussion in Mainz © Schura, bearbeitet by iQ.

In Kooperation mit der jüdischen Gemeinde von Rheinland-Pfalz organisierte die Schura Rheinland-Pfalz eine Podiumsdiskussion zum Thema „Religiöse Identität in Zeiten zunehmender antisemitischer und islamophober Ausgrenzung“. Diese fand am Dienstag in dem Veranstaltungssaal der IGBD-Moscheegemeinde in Mainz statt.

Unter den zahlreichen Gästen waren auch Experten, Akademiker, Vertreter des Landes und Vertreter von Religionsgemeinschaften und anderen zivilen Organisationen anwesend.

Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden der Schura Rheinland-Pfalz,
Landesverband der Muslime, Akif Ünal und dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev, haben beide auf dem Podium über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus und Islamfeindlichkeit und deren Auswirkungen auf die religiöse Identitätsbildung gesprochen. Bereichert wurde die Podiumsdiskussion mit den religionspädagogischen Aspekten von Prof. Tarek Badawia, die von Herrn Abdul-Ahmad Rashid moderiert wurde. Zuletzt beteiligte sich das Publikum rege durch wichtige Beiträge zu Ihren Erfahrungen, die die Ernsthaftigkeit des Problems bekräftigte. Anschließend haben die Anwesenden, bei einem Imbiss, gegenseitig ihre Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte wurden geknüpft.

Gefahr der Ausgrenzung

Mit dieser Podiumsdiskussion haben beide Religionsgemeinschaften die Aufmerksamkeit auf gemeinsame Herausforderungen durch Antisemitismus und Islamfeindlichkeit und Ihre Auswirkungen in der Identitätsbildung gelegt und gemeinsame Lösungswege, hauptsächlich durch Bildungsarbeit, aufgezeigt. „Wir muslimische und jüdische Religionsgemeinschaften sehen gemeinsam die Gefahr der zunehmenden Diskriminierung und Ausgrenzung in der Gesellschaft auf die religiöse Identitätsbildung. Mit der Podiumsdiskussion haben wir ein Thema angesprochen, dass vor allem bei Jugendlichen auf Betroffenheit gestoßen ist.“, so Ünal.

„Antisemitismus und Islamophobie kann man nur bekämpfen, wenn man dieses Problem mit allen Menschen, im Dialog, an- und bespricht. Der Kampf gegen Antisemitismus und Islamophobie ist nicht nur Aufgabe der Religionsgemeinschaften, sondern es betrifft die ganze Gesellschaft. Um unsere Demokratie, unser Zusammenleben, zu wahren, ist eine stetige Zusammenarbeit aller von Nöten.“ fügt Avadiev hinzu.

Gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

Auch Staatssekretär David Profit verdeutlichte in seiner Rede die Wichtigkeit der Veranstaltung. „Das Gespräch zwischen einer muslimischen und einer jüdischen Religionsgemeinschaft und der Wille, gemeinsam gegen antisemitische und antimuslimische Haltungen vorzugehen, ist das richtige Signal. Die Landesregierung steht an der Seite aller, die dies tun und leistet dazu auch ihren Beitrag“, erklärt Profit.

Der Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime und der Landesverband der
Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz möchten sich auch in Zukunft gemeinsam gegen Vorurteile, Diskriminierung, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit stellen.

Leserkommentare

Timotheus sagt:
Gemeinsam gegen Menschenfeindlichkeit im Islam und Judentum, wie Homophobie und Vorurteile gegenüber LGBTIQ-Menschen mit Diskriminierung und Ausgrenzung queerer Personen. Ein solcher Aufruf hat bei dieser Veranstaltung leider gefehlt; er wäre das richtige Signal gewesen. Hoffentlich wird dies bald nachgeholt und ein menschenfreundliches Ideal auf den Weg gebracht, das allen Menschen gerecht wird. Denn gerade auch Jugendliche brauchen echte Ideale, die sie nicht betroffen machen. Bei einer nächsten Podiumsdiskussion sollten auch Vertreter (m/w/d) queerer Organisationen mit vertreten sein und als Sprachrohr Öffentlichkeit bekommen. Denn so sind nun mal die Spielregeln in liberal orientierten Ländern mit Dialogbereitschaft & offenherziger Menschenfreundlichkeit.
18.12.22
4:29
Dilaver_Ç. sagt:
@Timotheus Das hier ist keine Propagandaplattform für gleichgeschlechtliche Unzucht und geschlechtliche Identitätsstörungen, weil sie im Islam sowie im Judentum verboten sind. Sie können in Ihrer Stammkneipe dafür Propaganda machen. Aber nicht hier.
28.12.22
13:54
Timotheus sagt:
Ich weiß schon, dass dies hier primär eine Propaganda-Plattform für Islam & Islamisierung darstellt. Da ist es aber sinnvoll und förderlich, wenn religiöse Eiferer manchmal auf den Boden gesellschaftlicher Realitäten herunter geholt werden. Dilaver_C. benennt hier explizit "geschlechtliche Identitätsstörungen" und "gleichgeschlechtliche Unzucht" als nach seinem islamischen Weltbild-Verständnis Verbotenes, was jedoch trotzdem auch in den höchsten politischen Regierungskreisen Deutschlands zu einer weitgehend akzeptierten Normalität geworden ist. Die Normen hier setzen nicht islamische Verbände oder Religionsfanatiker & Eiferer. Gut zu wissen.
09.01.23
21:09