Freitagspredigten, 23.09.2022

Umra, Aufgaben gegenüber Verstorbenen, Nafs

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es diese Woche um ein stärkeres Bewusstsein durch die Umra. Die Umra sei eine Sunna des Propheten (s). Von manchen Gelehrten werde sie sogar als Pflicht gesehen. Jeder Muslim sollte sie einmal im Leben durchführen. Wie der Hadsch sei auch die Umra eine unbeschreibliche Bereicherung für unsere Spiritualität.

Aktuell sei die Umra-Reise noch möglich. Deshalb sollten man diese Möglichkeit, so lange es gehe, gut nutzen. Diese Reise habe eine enorme Wirkung auf den Charakter und den Glauben von Jugendlichen. Sie knüpfen dort nicht nur neue Freundschaften, sondern stärken ihren Glauben, ihre muslimische Identität und ihr religiöses Bewusstsein. Tatsache sei: Die Jugendlichen werden die Welt des Islams von morgen verändern und mitgestalten. Umso wichtiger sei es, dass sie eine Umra-Reise miterleben dürfen. 

Aufgaben gegenüber den Verstorbenen

Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert in ihrer Freitagspredigt die Aufgaben gegenüber den Verstorbenen. Eine der wichtigsten Realitäten des Lebens sei der Tod. Annähernd jeden Tag verabschiede man einen Leichnam eines Nahestenden, eines Bekannten oder Geliebten in die Ewigkeit. 

Die Religion des Islams erachte den Respekt am Menschen als eine wichtige Aufgabe. Aus diesem Grund sollte sowohl lebendigen Menschen als auch verstorbenen Menschen Respekt gezollt werden. Für Muslime sei es eine ihnen auferlegte Kollektivpflicht, verstorbene Muslime rituell zu waschen, sie in ein Leichentuch einzuwickeln, ihr Totengebet zu verrichten und Bittgebete für sie zu formulieren. Danach werde der Verstorbene zum Grab getragen und beerdigt. Nach Eintritt des Todesereignisses sollten diese Vorgänge alsbald ohne Verzug durchgeführt werden.

Nafs

In der Freitagspredigt des Verbands der islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um den Teufel und den Nafs. Der Nafs und der Teufel seien jene zwei großen Feinde, die unentwegt und ständig darauf hinarbeiten den Menschen von dem Wohlwollen zu entfernen, um damit sein ewiges Leben im Jenseits zu ruinieren. Muslime sollten ihren Begierden nicht nachgeben. Denn nur so könne der Nafs gezähmt werden. Die Wünsche des Nafs zu erfüllen bedeute, ihr zu helfen. Und ihr zu helfen, bedeute, dem Feind Allahs zu helfen, was sicherlich bestraft werden werde.

Um sich vor dem Nafs zu schützen, muss man ihn hungern lassen, in dem man sich den Ibadats hingebe und so die reine Seele stärke.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.