Debatte

Drei Viertel der Deutschen lehnen alltäglichen Gebetsruf ab

Einer repräsentativen Untersuchung nach sprechen sich nur 18 Prozent der Menschen in Deutschland für den islamischen Gebetsruf aus.

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2021
Gebetsruf Minarett
Symbolbild: Minarett © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland lehnen einer Umfrage zufolge ab, dass der Gebetsruf genauso selbstverständlich zu hören sein sollte wie Kirchenglocken. 64 Prozent wollen dies sogar „auf keinen Fall“, wie die am Donnerstag veröffentlichte repräsentative Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bonner „General-Anzeigers“ zeigt. Nur 18 Prozent sprechen sich für den islamischen Gebetsruf aus. 6 Prozent sind unentschieden.

Civey hatte den Angaben zufolge online 5.011 Teilnehmende befragt. Mit 98 Prozent sind fast alle Anhänger der AfD gegen den alltäglichen Gebetsruf. Unter den Unions- und FDP-Wählern liegt die Ablehnung mit je 88 Prozent ebenfalls über dem Schnitt aller Teilnehmenden. Grünen- und Linken-Anhänger bewerten die Frage gemischt: Etwa je die Hälfte ist dagegen und je 40 Prozent sind dafür.

Ablehnung in allen Altersgruppen

In allen Altersgruppen überwiegt die Ablehnung, wobei sich die 18- bis 29-Jährigen mit einem Viertel am ehesten für einen regelmäßigen Gebetsruf aussprechen. Im Osten und im Westen lehnen diesen 78 beziehungsweise 76 Prozent ab.

Unterschiede gibt es zwischen katholischen und evangelischen Christen. Während Katholiken zu 82 Prozent die Frage verneinen, sind es unter den Protestanten 71 Prozent. Konfessionslose bekunden zu 76 Prozent Ablehnung.

Noch keine Anträge für Gebetsruf in Köln eingegangen

Die Stadt Köln hatte vergangenen Donnerstag angekündigt, dass Muezzins künftig auf Antrag und unter Auflagen zum Freitagsgebet rufen dürfen. Zu den Auflagen gehört, dass der Gebetsruf nicht länger als fünf Minuten dauert. Für die Lautstärke gibt es eine Höchstgrenze, die je nach Lage der Moschee festgelegt wird. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Nach Angaben der Stadt liegen entsprechende Anträge von Moscheegemeinden für den Muezzin-Ruf aber noch nicht vor. „Stand heute ist noch kein Antrag eingegangen, daher ist auch nicht absehbar, wann es losgeht“, teilte eine Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. (KNA, dpa, iQ)

Leserkommentare

Vera sagt:
Diese Untersuchung belegt, daß Deutschland kein Islamland ist. Und das ist auch gut so. Islamische Gebetsrufe in aller Öffentlichkeit - lautstark und arabisch - schmecken nicht wirklich jedem Menschen hier. Das ist auch verständlich. Wenn 16-jährige Syrer - islam-extremistisch motiviert - in Deutschland Terroranschläge vorbereiten, dann kommt eben der Islam nicht so gut rüber. Die ARD-Tagesschau berichtete gestern von einem Fall in Berlin-Schmargendorf, wo die Staatsanwaltschaft gegen einen syrischen Jugendlichen wegen der Vorbereitung eines Terroranschlags ermittelt. Die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf wirft einem anderen syrischen Jugendlichen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Im LKA Nordrhein-Westfalen konnte eine rund 50-köpfige Sonderkommission einen 16-jährigen Schüler aus Hagen als Terror-Tatverdächtigen identifizieren, der als Flüchtling im Rahmen des Familiennachzuges nach Deutschland gekommen war. Er besaß u.a. große Mengen Propagandamaterial der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), darunter auch Enthauptungsvideos, sowie Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff und zum Bombenbau. Chatnachrichten belegen - so die Ermittler - die Planung eines Bombenanschlags auf die Synagoge von Hagen, möglicherweise an Jom-Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Der Gesprächspartner und Terrorinstrukteur des jungen Syrers über Wochen auf unterschiedlichen Kanälen nannte sich "Abu Harb" - d.h. "Vater des Krieges" - und soll auch mit weiteren Personen in Europa in Kontakt gestanden haben und mit ihnen "Terror-Online-Kurse" durchgeführt haben. Da würde ich schon sagen: Der Islam hat nicht nur in Deutschland ein Problem.
15.10.21
6:27