Corona-Virus

WHO warnt vor Corona-Ausbreitung im Ramadan

Die WHO warnt vor einem Anstieg der Corona-Infektionen während des Fastenmonats Ramadan. Muslime halten am bewährten Hygienekonzept fest. 

02
04
2021
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Corona Ramadan
Mevlana Moschee in Berlin. Gebet mit Abstand und Maske

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einem Anstieg der Corona-Infektionen im arabischen Raum während des Fastenmonats Ramadan gewarnt. „Die Lage wird nicht besser und viele Länder entwickeln sich in eine besorgniserregende Richtung“, sagte Ahmed al-Mandhari, WHO-Regionaldirektor für den östlichen Mittelmeerraum, am Donnerstag.

Ramadan wie auch Ostern brächten die Gefahr eines weiteren Anstiegs der Infektionen mit sich. „Uns ist klar, dass dies wichtige Anlässe sind, die gefeiert werden sollten, aber bitte schützen Sie sich und andere.“

Der Beginn des Ramadans hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab, da der islamische Kalender sich nach dem Mond richtet. Dieses Jahr beginnt er voraussichtlich um den 13. April. Gläubige Muslime verzichten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Abends kommen sie zum gemeinsamen Fastenbrechen (Iftar) zusammen. Bei den Treffen im großen Kreis sowie bei Gebeten, zu denen in Moscheen meist hoher Andrang herrscht, ist die Gefahr der Corona-Ausbreitung besonders groß.

Ägypten kündigte bereits an, die sonst üblichen Ramadan-Tafeln wie im vergangenen Jahr wegen der Pandemie zu verbieten. An diesen Tafeln können arme Menschen während des Ramadans normalerweise kostenlos essen. Auch das Emirat Dubai will die Tafeln dieses Jahr verbieten.

Islamrat: Mit aktualisiertem Hygienekonzept der Infektion entgegenwirken

Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, erklärte gegenüber IslamiQ, dass sich das aktuelle Hygienekonzept der Moscheen bewährt hat. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Infektion in unseren Moscheen bei Einhaltung dieser Regeln nicht weitergegeben wird“, so Kesici.

Kesici sei generell kein Fall einer Covid-19-Ansteckung während eines Gottesdienstes unter Hygieneregeln bekannt. Jedoch müsse man im Monat Ramadan nochmal schauen, ob das vorhandene Hygienekonzept aktualisiert werde. „Es gibt die Überlegung, dass man beispielsweise die Tarawih-Gebete verkürzt und dass Imame kürzere Suren rezitieren sollen“, sagt Kesici. Außerdem sei eine weitere Begrenzung der Teilnehmerzahl möglich, sodass man davon ausgehen könne, dass sich im Ramadan auch niemand in Moscheen ansteckt.(dpa, iQ)