Frankfurt

Rassistische Chats – Anklage gegen hessische Polizeibeamte

Rassistische Chats und illegaler Waffenbesitz: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Polizisten erhoben.

26
02
2021
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Rassistische Chats Polizei
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Unter anderem wegen rassistischer Chats hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Polizeibeamte aus Mittelhessen erhoben. Einer der beiden Brüder, einem 46-Jährigen, wird zur Last gelegt, Ende 2018 „strafrechtlich relevante Inhalte“ in WhatsApp-Gruppen versendet und damit auch eine mögliche Weiterverbreitung in Kauf genommen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Konkret geht es dabei um Bilder von Adolf Hitler und um die Anfeindung von dunkelhäutigen Menschen und Muslimen. Zudem sollen bei einer Hausdurchsuchung unter anderem scharfe Waffen, NS-Devotionalien und Sprengstoff gefunden worden sein.

Der Mann ist demnach wegen „des Verdachts der Volksverhetzung und des Verwendens verfassungs- und fremdenfeindlicher Kennzeichen sowie wegen Verstöße gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollgesetz“ angeklagt. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest. Der Mann, der im Polizeipräsidium Westhessen tätig war, wurde vom Dienst suspendiert.

Hitler-Bild über WhatsApp verbreitet

Derweil wird dem Bruder des Mannes, der bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden ebenfalls im Dienstrang eines Polizeioberkommissars im Polizeipräsidium Westhessen im Einsatz war, bereits am 27. April 2021 vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Alsfeld der Prozess gemacht. Dem 37-Jährigen wird vorgeworfen, verbotene Kennzeichen verwendet, Dienstgeheimnisse verraten und gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben.

Auch er soll ein Hitler-Bild über den Messenger-Dienst WhatsApp verbreitet und unerlaubterweise Schusswaffen und Munition in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Zudem soll er ohne dienstlichen Anlass Informationen über das polizeiliche Auskunftssystem abgerufen und weitergegeben haben. Dies stehe aber nicht im Zusammenhang mit der sogenannten Drohmail-Affäre, bei der Daten von hessischen Polizeirechnern abgerufen worden waren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. (dpa, iQ)