Konstanz

Islamfeindliche Klausurfrage sorgt für Shitstorm im Netz

Ein Professor der Hochschule Konstanz stellt eine islamfeindliche Klausurfrage und löst einen Shitstorm im Netz aus. Die Hochschule verurteilt den Vorfall.

05
02
2021
islamfeindliche Klausurfrage
Islamfeindliche Aufgabenformulierung - Hochschule verurteilt Professor

Nachdem ein Professor der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) eine explizit islamfeindliche Klausurfrage stellt, kommt es seit Donnerstag auf den sozialen Netzwerken zur heftiger Kritik. In der Statistik II Online-Klausur verlangt ein Professor eine Wahrscheinlichkeitsberechnung zu „radikalen Moslems“ in einer Moschee, bei dem der Imam prüfen wolle, wie viele seiner Moscheemitglieder „Radikale“ seien.

„Ein Imam einer Moschee kennt aufgrund einer Studie zu deutschen Moscheen, mit welcher Wahrscheinlichkeit in diesen radikale Moslems einen geringeren oder höheren Radikalanteil ausmachen“, heißt es in der Klausurfrage. „Um in der eigenen Moschee den Anteil radikaler zu schätzen, unterhält sich der Imam intensiv mit 12 zufällig ausgewählten Moscheemitgliedern und stellt fest, dass 2 als radikal einzustufen sind.“ Anschließend sollen Schüler die Wahrscheinlichkeit berechnen.

Eine Twitter-Userin nannte die Klausurfrage einen „Skandal“ und fragt sich worauf der Professor hinaus will. Auch der Vorsitzende der Schura-Niedersachsen, Recep Bilgen, äußert sich zu dem Vorfall: „Die Kreativität des Profs scheint keine Grenzen zu kennen. Islamfeindlichkeit hat es jetzt bis in die Uni-Klausuren geschafft“, so Bilgen auf Twitter.

Die Muslimische Hochschulgruppe Konstanz kündigte an die Sachlage zu überprüfen. „Uns ist es wichtig, möglichst alle Perspektiven anzuhören, lösungsorientiert und zuerst unvoreingenommen an die Sache heranzugehen“, heißt es in einer Mitteilung auf Facebook.

Nach Shitstorm – Hochschule verurteilt Vorfall

In einer Meldung entschuldigt sich die Hochschulleitung ausdrücklich für die islamfeindliche Aufgabenformulierung in einer Prüfung. „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst. Die Aufgabenstellung war verletzend und ausgrenzend. Das tut uns sehr leid. Für derartige Verhaltensweisen ist an der HTWG kein Platz. Das gesamte Präsidium der Hochschule Konstanz distanziert sich entschieden und ausdrücklich davon“, erklärt Präsidentin Prof. Dr. Sabine Rein.

Man akzeptiere keine Form von Diskriminierung an der Hochschule. Somit sei das Verhalten eines Professors der Hochschule, der in einer Prüfung islamfeindliche Stereotype formuliere, nicht zu akzeptieren. „Die HTWG steht für Weltoffenheit und einen respektvollen Umgang miteinander, wir wissen Vielfalt zu schätzen und treten jeder Form von Hass, Gewalt, Rassismus und Intoleranz entgegen“, betont HTWG-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Rein und verspricht, geeignete Maßnahmen für den Professor  zu überprüfen.

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Ich finde keine Worte für diese Schändlichkeit, welche sich ein Universitätsprofessor da erlaubt hat. Möge Gott es ihm vergelten.
05.02.21
15:09
Ethiker sagt:
Akademische Freiheit und Islamfeindlichkeit schließen sich nicht gegenseitig aus.
05.02.21
18:39
Vera Praunheim sagt:
Selbstverständlich muß man für friedliche, tolerante und weltoffene Anhänger der Islam-Religion Verständnis aufbringen, wenn sie nicht mit radikalen Moslems in einen Topf geworfen werden wollen. Nur ist es doch allgemein bekannt, daß sich in Moscheen auch radikale und gefährliche Islamfanatiker bewegen und teilweise dort auch predigen. Darüber gibt es genügend Belege und Infomationen - auch beim Bundeskriminalamt erhältlich. So gesehen ist diese Klausurfrage nicht islamfeindlich, sondern islamkritisch zu sehen und für viele Muslime zu unbequem bis aufdeckend forsch. Moschee-Gemeinden sind dazu aufgerufen, die radikalen Leute in ihren eigenen Reihen zu identifizieren und ihnen den Laufpass zu geben oder diese gleich den Behörden zu melden. Der Skandal ist nicht diese Klausurfrage, sondern die Shitstorm-Reaktion darauf. Radikale und fanatische Moscheemitglieder sind das wirkliche Problem und die Bedrohung und nicht die Personen, die nur darauf hinweisen.
05.02.21
21:41
ABM sagt:
Hochschulen oder Fachhochschulen sind Orte für bildungspriviligierte. Nur 8 Prozent der tatsächlichen Absolventen kommen nicht aus oberer Mittelschicht. Benachteiligte was Bildungsstand und Einkommen der Eltern angeht, haben extrem niedrigen Zugang. Es liegt nahe, dass die Anhäufung von herablassenden Emanzen, weltfremden Beschäftigen, diskriminierenden bessergestellten, Quotenfrauen, im ganzheitlichen Leben bevorteilten, Atheisten, alte Generation linke Auffassungen dort überdurchschnittlich vertreten ist ebenso wie AFD , Verfassungsschutz Fall sich dort sicher fühlte bzw. die Hand gibt. Kein Einzelfall.
05.02.21
22:08
Oskar Freitag sagt:
An Vera Praunheim: Ihre Rechtfertigungsgründe sind noch schlimmer als die Untat dieses Professors. Eine Statistik-Klausur ist kein Mittel an irgengwelchen Minderheiten "kritik zu üben" - wie Sie es formulieren, ich würde es Dikrminierung nennen-. Wenn Sie Muslime bekämpfen wollen können Sie der AfD beitreten und dort ihren politischen Kampf ausfechten. Wie würde es Ihnen gefallen, wenn die nächste Frage in etwa so lauten würde: Ein Bischoff möchte berechnen wie viele seiner Pfarrer Kinderschänder sind. Es haben sich bereits 102 Kinder über sexuelle Belästigung beschwert. Geht man davon aus...usw.?
07.02.21
10:23
Ethiker sagt:
Die betroffene Gruppe entscheidet selbst, ob ein Vorfall islamfeindlich ist oder nicht. Vielen Dank Frau Vera Praunheim für ihre islamfeindliche Aussage. Sie sind als Islamfeindin im Forum bekannt.
07.02.21
12:43
IslamFrei sagt:
Liebe Leser, Jedes Mittel, dass eine auch noch so geringe Vorhersage-Wahrscheinlichkeit erlaubt, wo und wann der nächste Islamische Terrror Platz findet, ist es wert, ernst genommen zu werden. Wahrscheinlichkeits Rechnung als Teil der theoretischen Mathematik ist ein seriöses, wertvolles IngieursFach. Da es leider IslamTerror gibt und der sog. " Alwissende " sein angebliches Wissen über künftigen MuslimTerror nicht Preis gibt und damit den Kriminellen deckt, sollten Mathematiker, in's Besondere die Islamfreien, -- weil sie -un-vor-eingenommen sind --, sich mit IslamTerror beschäftigen. IslamFrei wünscht ihnen Viel Erfolg.
07.02.21
23:29
Vera Praunheim sagt:
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin hat folgendes festgestellt: "Rund 1 Prozent aller Muslime, die in Deutschland leben, gehören zu den radikalen Islamisten." Ist das ebenfalls eine islamfeindliche, diskriminierende Aussage von Islamfeinden? Dürfen diese radikalen Islamanhänger denn nicht erwähnt werden? Dürfen die deutschen Staatsorgane bei kriminellen, schlimmen Untaten dieser Minderheit keine Kritik üben? Darf gegebenenfalls der Verfassungsschutz keinen politischen Kampf gegen Feinde der Verfassung führen und radikalen Islamfanatismus bekämpfen? Willkommen in der Wirklichkeit. Und haben wir nicht in der islamischen Welt schon genügend Kinderschänder? Kinderehen in islamischen Gemeinschaften zeugen zur Genüge davon. Die dunklen Seiten des Islam dürfen nicht totgeschwiegen oder ausgeblendet werden. Ganz besonders nicht von muslimischen Hochschulgruppen, auch wenn diese davon nichts hören wollen und lieber ihren idyllisch-süßlichen Islam-Träumereien nachgehen wollen.
08.02.21
0:49
Johannes Disch sagt:
In einer Statistik-Klausur eine islamkritische/islamfeindliche Frage zu stellen, das muss nun wirklich nicht sein. Das war ziemlich unpassend. Nun, der Dozent hat seinen Fehler eingesehen und sich für seinen Fehlgriff entschuldigt. Damit sollte es auch gut sein.
08.02.21
9:00
Johannes Disch sagt:
@Ethiker(07.02.2021, 12:43) So, die betroffene Gruppe entscheidet selbst, ob ein Vorfall islamfeindlich ist oder nicht (Ethiker). Das hätten Sie wohl gerne. Dann wäre man Ankläger und Richter zugleich. Man stelle sich einen Verkehrssünder vor, der beim Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit verlauten lässt, was ein Verkehrsdelikt ist oder nicht, das entscheiden wir Autofahrer selbst. Was rassistisch ist oder nicht, das entscheiden in letzter Instanz unsere Gesetze und die dafür zuständigen Instanzen des demokratischen Rechtsstaats.
08.02.21
14:48