Populismus

CDU: Religion nicht populistisch missbrauchen

Religion wird in Deutschland vermehrt zur Ausgrenzung verwendet und führt zu Hass in der Gesellschaft. CDU warnt vor populistischem Missbrauch von Religion.

23
12
2019
Corona stärkt Religiosität von gläubigen Menschen © Shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.
Corona stärkt Religiosität von gläubigen Menschen © Shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.

Die Unions-Bundestagfraktion hat vor einem populistischen Missbrauch von Religion gewarnt. Religion werde weltweit, aber auch in Deutschland vermehrt zur Ausgrenzung verwendet. Das führe zu Hass in der Gesellschaft, beklagte der Religionsbeauftragte der Fraktion, Hermann Gröhe (CDU), am Montag in Berlin. Gröhe äußerte sich in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Vorsitzenden des Stephanuskreises der Fraktion, Heribert Hirte (CDU), der die erneute Benennung eines EU-Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit forderte.

„Wir können etwa in Indien, Pakistan, Nigeria oder Burkina Faso beobachten, was passiert, wenn die Unterdrückung von Minderheiten zum Mittel religiös-nationalistischer und rassistischer Bewegungen wird“, sagte Gröhe. Zu einem glaubwürdigen Einsatz für die Religionsfreiheit gehöre aber auch der Blick ins eigene Land „und die entschlossene Abwehr aller Formen von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Fremdenhass in Deutschland“.

Gemeinsam für Religion stark machen

Hirte sagte: „Christenverfolgung ist kein exklusives Thema für die Christenheit, wie Muslimhass oder Antisemitismus auch nicht nur Sache von Muslimen oder Juden sind. Es betrifft uns alle, an jedem Ort der Welt.“ Der Wettbewerb der Werte und Systeme habe sich globalisiert. Der Einfluss Chinas – und damit der Einfluss autoritärer Haltungen – werde weiterhin steigen. Umso wichtiger sei es, dass Christen nicht schwiegen, „wenn Gläubige Opfer von Mordkampagnen werden“. Vielmehr müssten sie sich für die Menschenrechte in Gänze stark machen. Das gelte für die Zivilgesellschaft wie auch für die Politik.

Ein entsprechendes Vorgehen müsse innerhalb der EU-Institutionen zentral koordiniert und mit fachlicher Expertise ausgestattet werden, forderte der CDU-Politiker. Deshalb sei es unerlässlich, das Amt des Europäischen Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit zu verstetigen und in Zukunft mit mehr Mitteln auszustatten. Das Amt hatte in der jüngsten Kommission der Slowake Jan Figel inne. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Schon der Gebrauch und nicht erst der Missbrauch von Religion führt zu Hass und Ausgrenzung. Gerade die heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen sind voll von Herabwürdigungen Andersdenkender. Die getrennten Staaten Indien und Pakistan existieren nur deshalb, weil in diesen Regionen unterschiedlicher unwahrer Aberglaube vorherrschend ist. Religionskritik zu tabuisieren ist daher der völlig falsche Ansatz. Viel Hass kann dann überwunden werden, wenn Religion einfach einen immer geringeren Stellenwert einnimmt. Denken verbindet, Glauben trennt!
24.12.19
9:45
Maroufi sagt:
Die Christen im 3. Jahrhundert nach Christi Geburt haben nichts anderes getan als die Demagogen der Gegenwart. Erst durch die Verunglimpfung, Diffamierung der Mithraskultanhänger konnte sich das Christentum erst ein markantes Profil erarbeiten, wobei viele Aspekte des Mithraskultes schlicht und ergreifend übernommen wurden. Diese Tatsache beunruhigt die Christen heutenoch sehr. Zum Beispiel: Wie die Anhänger Mithras (ca. 1400 v. Christus und im heutigen Iran) glauben Christen daran, dass ihr Erlöser vom Himmel auf die Erde herabgestiegen sei und sein letztes Abendmahl mit 12 Jüngern eingenommen habe, die Menschheit durch Vergießen seines Blutes von ihren Sünden reingewaschen und vom Tod auferstanden sei. Auch die Zeremonie der Taufe erinnert stark an die Riten der Mithaskultanhänger. Weitere Attribute Christi: Gotteslicht auf Erden, Lichtgestalt mit Gottesliebe ausgestattet.....u.v.m. haben ihren Ursprung im Mithraskult.... Jedoch konnten zwei unterschiedliche Wesen mit denselben Attributen nicht parallel existieren, also haben die Christen der Zeit kurzerhand mit der Zerstörung der Kultstätten begonnen und sagten dem Mithraskult mit allen Mitteln den Kampf an. Experten gehen davon aus, dass der Mithraskult sonst zur führenden Religion Europas avanciert wäre. Und wenig hat sich an der Einstellung „der Christen“ gegenüber Andersdenkende geändert. Ich wünsche allen Menschen eine besinnliche Zeit und alles Gute bei der Zelebration der Geburt Mithras an Weihnachten, denn rein zufällig wurde Jesus Christus im Spätsommer, während Mithras am 25.Dezember geboren. Also feiern Christen eigentlich den Geburtstag Mithras und tun so als ob sie den Geburtstag Christi feiern würden?
24.12.19
10:25
Ute Fabel sagt:
Schon in vorchristlicher Zeit - nämlich im Jahr 274 - führte der aus christlicher Sicht heidnische Kaiser Aurelian den 25. Dezember als Feiertag zu Ehren des Sonnengottes Sol Invictus ein. Nachdem die Christen im Laufe des 4. Jahrhunderts die politische Macht im römischen Reich ergriffen, die religiöse Vielfalt der Antike beendeten und ihren Glauben allen aufzwangen, wurde daraus das Fest der Geburt Christi.
26.12.19
20:03