Hass im Netz

UN wollen mit Aktionsplan gegen Hassbotschaften vorgehen

Mit eindringlichen Worten warnt UN-Generalsekretär Guterres vor Hassreden und Hetze als Wegbereiter für Gewalt. Ein globaler Aktionsplan soll Abhilfe schaffen.

20
06
2019
Hass im Netz
Symbol: Volksverhetzung und Hass im Netz © dolphfyn / Shutterstock.com

Die Vereinten Nationen haben zum Kampf gegen die weltweite Zunahme von Hassreden aufgerufen. „Sie sind ein direkter Angriff auf unsere Grundwerte von Toleranz, Inklusion und Respekt für Menschenrechte und Menschenwürde“, sagte Generalsekretär António Guterres am Dienstag in New York. Dort stellte er einen Aktionsplan gegen die Verbreitung hasserfüllter Botschaften und Hetze etwa im Internet und den sozialen Medien vor.

Der Aktionsplan sieht vor, zunächst Verbreiter von Hassreden und diejenigen zu identifizieren, die am besten dagegen vorgehen können. Spezielle Bildungs- und Aufklärungsinitiativen sollen präventiv wirken. Die UN wollen zudem Menschen und Gruppen mit gegensätzlichen Ansichten zum Austausch zusammenbringen, sowohl bei echten Treffen als auch digital im Internet. „Hassreden sind eine Herausforderung, vor der kein Land immun ist“, sagte der UN-Sonderbeauftragte zur Verhinderung von Völkermorden, Adama Dieng. Er hat den Plan ausgearbeitet.

Weltweit sei eine Zunahme von Fremdenhass, Rassismus, Intoleranz, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und antimuslimischer Hetze zu beobachten, beklagte Guterres. Hassreden seien wie Gift. „Sie hetzen Gruppen gegeneinander auf, tragen zu Gewalt und Konflikten bei und untergraben alle unsere Bemühungen für Frieden, Stabilität und nachhaltige Entwicklung“, mahnte er.

Hass im Netz stark verbreitet

Hassreden gegen Juden hätten einst zum Holocaust geführt. Unter dem Eindruck dieses Völkermordes sei vor fast 75 Jahren die UN-Charta erarbeitet worden. „Wir laufen Gefahr, diese Lektion zu vergessen“, warnte Guterres laut einer UN-Mitteilung. In jüngerer Vergangenheit seien Hassbotschaften auch Vorläufer der Anschläge auf Gotteshäuser in Sri Lanka, Christchurch (Neuseeland) oder in der US-Stadt Pittsburgh gewesen.

Konkrete Verbreiter von Hassbotschaften wollte er bei der Vorstellung des Plans auf Nachfrage nicht benennen. „Mein Ziel ist es nicht, einzelne Menschen an den Pranger zu stellen, denn leider reden wir hier über etwas, das sich sehr weit verbreitet hat. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir ein Massenphänomen vor uns haben, nicht nur etwas, das ein oder zwei Menschen betrifft.“ Sowohl in Demokratien als auch in autoritären Regimen hätten manche politische Führer hasserfüllte Ideen und Botschaften zu etwas Alltäglichem gemacht. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Kafira sagt:
Liebe Leser Der Bericht suggeriert, dass Generalsekretär António Guterres gesagt hat: 1) » In jüngerer Vergangenheit seien Hassbotschaften auch Vorläufer der Anschläge auf Gotteshäuser in Sri Lanka, Christchurch (Neuseeland) oder in der US-Stadt Pittsburgh gewesen. und auch soll Guterres gesagt haben: 2) Hassreden gegen Juden hätten einst zum Holocaust geführt. Unter dem Eindruck dieses Völkermordes sei vor fast 75 Jahren die UN-Charta erarbeitet worden. ----------- Bei 2) stimme ich ihm voll zu. Bei 1) stimme ich auch zu aber mit der Ergänzung: " In jüngerer Vergangenheit seien Hassbotschaften des Koran, gegen denjenigen, welche Allah für eine Märchenfigur halten, auch Vorläufer der Anschläge auf Gotteshäuser in Srl Lanka - - - gewesen -------- Dann erwähnt der obige Bericht die UN-Charta. Allerdings ohne zu erwähnen, dass Muslimstaaten die nicht anerkennen. Ich meine, dass die Welt wesentlich friedlicher wäre, wenn auch die Muslimstaaten die UN MenschenrechtsKonvention anerkennen würden. UND wenn die Muslimstaaten die auch einhalten würden. Jammern über Hass Botschaften + Koran + Verwerfen der UN Charta wirkt recht heuchlerisch. Gruss Kafira
22.06.19
18:22
Harousch sagt:
Hasstiraden, Hassreden und Hetze als Wegbereiter von psychischer und physischer Gewalt gehören generell unter Strafe gestellt, ganz egal von welcher Seite und gegen wen diese gerichtet sind. Ganz besonders sollte dies die Devise gerade in der virtuellen Welt sein, weil eben hier verbale Diskriminierung in einer Art und Weise statt findet, welche der Gossenmoral beiwohnt und von dort wohnhaften Dahomisten betrieben die Gewinner und Bewohner der globalen Urbanisierung missgünstig in die Bredoulliie zu bringen versucht, was wiederum eine gesellschaftliche Spaltung und den damit einhergehenden Unfrieden hervorruft. Dieser ewigen Hasskultur gilt es gemeinsam entgegen zu treten, um unsere bunte Vielfalt weiterhin gewinnbringend und im Sinne der kulturellen Hegemonie künftigen multiperspektivischen Entwicklungsprozessen zur Verfügung stellen zu können. Knallerbsen und Hassredner bzw. globale Verlierer und kulturelle Blindgänger und Nichtsnutze wird’s weiterhin geben. Das ist auch gut so, denn die Ambiguitätstoleranz ist auch ein Zeichen von Stärke und demokratischen Strukturen. Allerdings sollte diese Toleranz keinesfalls als Schwäche angenommen und zur Ausbreitung fremdenfeindlicher, antimuslimischer, antisemitischer, chauvinistischer oder ähnlicher Tendenzen und Gedankenverunreinigungen missbraucht werden können. Dafür müssen neue Regeln und Gesetze her, um den gesellschaftlichen Frieden aufrechterhalten zu können. Die aktuell positive Stimmung gegenüber Muslimen und gegen Populisten ist ein gutes Zeichen in die richtige Richtung!
30.06.19
21:08