Staatsbesuch in Myanmar

Gauck prangert Verfolgung von Rohingya-Muslimen an

Bei seinem Besuch in Myanmar hat Bundespräsident Joachim Gauck auch die prekäre Lage der verfolgten Minderheit der Rohingya-Muslime im Rakhine-State angesprochen. Gauck forderte die burmesische Regierung auf, sich für den Frieden in der Region einzusetzen.

10
02
2014

Bundespräsident Joachim Gauck befindet sich anlässlich eines offiziellen Staatsbesuches in Myanmar (Burma). Der Bundespräsident lobte bei seinem Besuch die Fortschritte des Landes hin zu einer stärkeren Öffnung und Demokratisierung. Gauck verurteilte jedoch auch die Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Muslimen. Hier forderte er ein stärkeres Engagement der Regierung für einen Frieden in der Region und rief zum Dialog auf.

In seiner Ansprache beim offiziellen Empfang vor Staatspräsident Thein Sein würdigte Gauck die jüngsten Entwicklungen des Landes. Deutschland und die internationale Gemeinschaft verfolgten die Veränderungen in Myanmar mit großer „Sympathie und Aufmerksamkeit“. Der Waffenstillstand und die Versuche zwischen Opposition und Regierung einen Frieden zu finden, seien ein deutliches Zeichen für den Reformwillen der Regierung.

Die Rohingya-Muslime in Rakhine-State gelten laut Menschenrechtsorganisationen als eine der am meisten verfolgten Minderheiten auf der Welt. In den vergangenen 18 Monaten wurden laut Angaben der Vereinten Nationen mehr als 110.000 Rohingya aus ihrer Heimat vertrieben. Durch brutale Angriffe von buddhistischen Mönchen und aufgehetzte Buddhisten wurden Muslime immer wieder getötet. Die Regierung in Myanmar tut laut Amnesty International und der Vereinten Nationen nicht genug für den Schutz der muslimischen Minderheit im Land.

Bundespräsident spricht Situation der Rohingya an

Der Bundespräsident übte jedoch auch Kritik: „Ich will nicht verschweigen, dass mich die Berichte über die Ausschreitungen im Rakhine State besorgen, genauso die weiterhin ungeklärte rechtliche Lage der Rohingyas. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen bringen Leid und Unglück. Viele Konflikte, die jahrzehntelang unterdrückt wurden, treten jetzt zu Tage.“

Erfahrungen aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass es wichtig sei, die verschiedenen Konfliktparteien zu Gesprächen zusammenzubringen und um Kompromisse zu ringen. „Versöhnung mag ein großes Wort sein. Bevor sie Wirklichkeit wird, lohnt es sich, für ein Miteinander der Verschiedenen in Form einer friedlichen Koexistenz zu arbeiten“, erklärte Gauck.

Treffen mit Opposition, Eröffnung von Delegiertenbüro

Der Bundespräsident soll heute auch mit Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin Aung San Su Kyi zu Gesprächen zusammenkommen. Gaucks Besuch steht ausdrücklich im Zeichen der Unterstützung des Änderungsprozesses in Myanmar. In der Hauptstadt Rangun wird er den Startschuss für die neue Präsenz des Goethe-Instituts in Myanmar geben. Ebenfalls eröffnet Gauck dort ein Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft. Der Bundespräsident wird auf seiner Reise unter anderem von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Investitionen in Myanmar scheinen für Deutsche Unternehmen denkbar, solange der Demokratieprozess weiter vorangeht.

Leserkommentare

Ute Diri-Dost sagt:
Die üblichen Floskeln.Das wahre Ausmass des Völkermordes der Rohingya wurde nicht erwähnt,also weiterhin Dialoge,Hauptsache,die Wirtschaft stimmt.
22.05.14
22:26