Twitter-Ranking

Vier Muslime unter den Top-Ten Staats- und Regierungschefs

Eine aktuelle Erhebung zum sozialen Netzwerk Twitter zeigt: Vier von zehn der einflussreichsten Staats- und Regierungschefs auf Twitter sind Muslime. Und sie belegen die vorderen Plätze im weltweiten Ranking – dank ihrer Follower.

08
02
2014

Soziale Netzwerke sind langweilig ohne Statistiken. So gibt es zu jedem Thema eine Statistik. Oftmals gepaart mit Infografiken sollen sie Informationen für Interessierte kurz aufbereiten. Beliebt sind oft solche Statistiken, die den mutmaßlichen Einfluss von Personen und Prominenten belegen sollen. Ein guter Indikator dafür sind die Personen, die einem User folgen (auf Twitter „Follower“ genannt).

Aus einer aktuellen Studie des „Digital Policy Council“ (DPC) geht hervor, dass vier der am meisten auf Twitter gefolgten Staats- und Regierungschefs Muslime sind. Und die Studie belegt, dass immer mehr Staats- und Regierungschefs eigene Accounts auf dem bekannten sozialen Netzwerk Twitter eröffnen. Sie twittern über ihre Tätigkeiten, ihre Besuche und geben auch immer wieder Details über ihr Privatleben preis.

Wirken auf die Bevölkerung

Damit wirken sie einerseits nah an der Bevölkerung, andererseits können für politische Ziele auch eine Menge Menschen mobilisiert und gewonnen werden. Ein Beispiel dafür ist das Werben des US-Präsidenten Barack Obama um Unterstützung für seine Gesundheitsreform „Obamacare“. Doch der Vergleich zwischen den Staats- und Regierungschefs zeigt deutliche Unterschiede im Nutzungsverhalten.

Misst man jedoch die Möglichkeiten allein am Faktor User, erscheint ein interessantes Bild. Gleich vier muslimische Persönlichkeiten sind im Ranking der DPC unter den Top-Ten vertreten.

Indonesien, Türkei, Jordanien und VAE

Unangefochten an der Spitze der Top-Ten Staats- und Regierungschefs auf Twitter sitzt US-Präsident Barack Obama. Auf Platz 2 findet sich der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. Das Land Indonesien hat die größte muslimische Bevölkerung auf der Welt. Yudhoyono gilt als Vertreter eines moderaten und modernen Islam. Ihm dicht auf den Fersen ist der türkische Präsident Abdullah Gül auf Platz 3. Gül erfreut sich auch in Europa zunehmender Beliebtheit, weil er insbesondere in politischen Kreisen als umgänglicher und kompromissbereiter Politiker gilt. Das türkische Staatsoberhaupt postet immer wieder Bilder von seinen Besuchen als Vertreter der türkischen Republik.

Als weitere Führungspersönlichkeiten mit muslimischem Background findet sich auf Platz 4 Königin Rania von Jordanien. Sie gilt als Modeikone, aber auch als gute Seele im Nahen Osten. Auf Platz 7 ist Mohammed bin Raschid al Maktoum, Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Regent von Dubai zu finden. Maktoum hat den Wandel von Dubai zu einem beliebten Urlaubsziel forciert. Er will, dass Dubai langfristig unabhängig vom Öl wirtschaften kann.

Merkel hat keinen Twitter-Account

Die muslimischen Staats- und Regierungschefs haben jeweils zwischen 4,5 Mio. – 2,5 Mio. Follower auf Twitter. Zum Vergleich: Barack Obama folgen heute mehr als 41,3 Mio. Menschen auf Twitter. Und während Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf verzichtet, einen eigenen Twitter-Account zu eröffnen und zu pflegen, gibt ihr Regierungssprecher Steffen Seifert regelmäßig an über 150.000 Follower Informationen über die Arbeit der Bundeskanzlerin und Regierung weiter.

Das „Digital Policy Council“ hält seit 2009 die Entwicklungen für Twitter in einem Jahresbericht fest. Ende 2013 waren laut DPC ca. 80 % der Staats- und Regierungschefs auf Twitter aktiv. Mit anderen Worten: Vier von Fünf Staats- und Regierungschefs nutzen Twitter.

Leserkommentare

Halva Smoaade sagt:
selam, es besteht allerdings die Möglichkeit Follower zu kaufen. *editiert - keine Links* Ein Follower muss nicht gleich ein Verehrer sein. Man kann auch jemanden Folgen weil man wissen will was er tut um ihn zu kritisieren.
08.02.14
15:40