Xinjiang

Uiguren: Coronavirus in Umerziehungslagern

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat in einer Pressemitteilung vor einem Übergreifen des Coronavirus auf die Umerziehungslager in Xinjiang in China gewarnt.

23
03
2020
Coronavirus Uiguren, Überwachung © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.
Coronavirus Uiguren, Überwachung © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat vor einem Übergreifen des Coronavirus auf die Umerziehungslager in Xinjiang in China gewarnt. „Die Internierten sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem sehr geschwächt ist. Monatelange Haft, unmenschliche Behandlung, Stress und mangelhafte medizinische Betreuung haben ihre Gesundheit sehr beeinträchtigt. Eine Epidemie unter den 1,5 Millionen Menschen in den Lagern wäre der Super-GAU“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Samstag in Göttingen.

China trage für alle Folgen die Verantwortung, denn es habe in den Lagern die ländliche Bevölkerung aus unzähligen Dörfern konzentriert. Die Konzentration von oft mehreren zehntausend Menschen in einzelnen Lagern könnte die Ausbreitung von Epidemien erleichtern. Dringend müssten die chinesischen Behörden transparent gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darlegen, wie die Menschen in den Umerziehungslagern wirksam vor der Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit geschützt werden sollen.

Coronavirus in Xinjiang

Nach Angaben der Behörden waren in den vergangene Wochen die ersten zwei Krankheitsfälle des Coronavirus in der Region Xinjiang/Ostturkestan festgestellt woden. Dringend müsse eine Ansteckung von Angehörigen des Wachpersonals der Camps verhindert werden, warnte die Menschenrechtsorganisation. Zehntausende arbeiten in den Lagern, um die Internierten zu unterrichten oder zu überwachen. Sie bewegen sich frei in Xinjiang und sind somit über ihre sozialen Kontakte dem Risiko einer Ansteckung an die Lungenkrankheit ausgesetzt.“Wenn dies nicht erkannt wird, kann es in den Lagern zu einer Katastrophe kommen.

Jetzt droht akute Gefahr für die Internierten und es könnte sich bitter rächen, dass Chinas Behörden systematisch die ländliche uigurische und kasachische Gesellschaft zerstört haben“, warnte Delius. Mindestens 1,5 Millionen Menschen uigurischer oder kasachischer Abstammung werden in den Umerziehungscamps zwangsweise festgehalten. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Wer Ostturkestan zum größten Freiluftgefängnis für Muslime macht, der muss heute selbst für seine eigenen Leute eine Ausgangssperre verhängen. Wer Muslimas den Gesichtsschleier verbietet, der muss heute selbst eine Schutzmaske tragen. Wer Muslime dafür bestraft, dass sie den Handschlag verweigern, der muss heute selbst den Handschlag verweigern. Wer ohne moralische Bedenken junge Menschen in Bars, Diskotheken, Clubs und sonstigem Sumpf vergiftet, der muss heute seine Einrichtung schließen. Wer ohne moralische Bedenken Menschen wirtschaftlich ausbeutet, dem droht der wirtschaftliche Ruin. Bei dieser dankbaren Genugtuung für die Gerechtigkeit des Schicksals gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt kann ich den Umstand verschmerzen, dass Moscheen leer sind und Freitagsgebete ausfallen.
23.03.20
17:07
Kafira sagt:
Liebe Leser, Soweit wir wissen, hat China für ihre Bevölkerung die Corona Crisis sehr gut in den Griff bekommen. Spekulationen darüber, ob China dieses Wissen und Können auch für die Uiguren bereit stellen will, sind Gegenstand dieses Berichtes über den Verein GvbV. -------------- Uiguren leben lieber in Streit mit der Chinesische Regierung, als wie Han Chinesen mit dem Strom zu schwimmen. China hingegen hätte nichts lieber als dass ihre Minderheiten, u.a. die Uiguren sich friedlich einordnen würden. Dazu bietet China den Minderheiten manchem Vorrecht - - z.B. beim Studium - - gegenüber den Han Chinesen an. Weder China noch die Islamische Länder haben die UN Declaration of Human Rights unterschrieben. Damit erlaubt weder China noch die Islamische Länder freie Religionswahl, Religionswechsel oder das Recht religionsfrei z zu sein. Islamiq.de kann nicht überzeugend eine Lanze brechen für ReligionsFreiheit in China, ohne gleichzeitig den Stab zu brechen über die Religions-Unfreiheit in den IslamStaaten. ---------- Islamiq.de befürchtet ein Corona-Ausbruch im Islam- und Allah treuen Uiguren Gebiet. Dabei schliesst Islamiq.de vom vornherein das meist vorderhand-liegende aus: Nämlich dass Allah die bis zur Selbstaufgabe treue Uiguren in deren lebensbedrohender Not zur Hilfe eilt. Das Coronavirus weist alle Eigenschafren eines Lebewesens auf: Es hat eine Begrenzung ( eine Art Haut ) nach aussen, Es besitzt Erbinformations kann sich fortpflanzen und hat Stoffwechsel Damit ist es ein Lebewesen. Wie alle Geschöpfe auf Erden hat Allah selbstverständlich auch das Lebewesen Coron Virus erschaffen. Aus Dankbarkeit zur Treue wird Allah zweifellos Wege kennen, den Uiguren gegen Sein kleines Corona-Geschöpf zu beschützen. ----------- Druck auf China könnten am effektivsten die Islamische Staaten ausüben, indem sie alle zügig und gleichzeitig die UN-Declaration of Human Rights bedingungslos unterschreiben- und einführen. Das würde China isolieren, bloss stellen und motivieren, ebenfalls diese UN-Declaration zu unterschreiben, damit China nicht als böser Aussenseiter da steht. Kafira
23.03.20
18:56
simonstylos sagt:
Für China sind Menschenrechte nicht existent, das hat schon der Einmarsch in Tibet und der Mord an 3 Millionen Tibetern gezeigt sowie der Mord an den Studentinnen und Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989. Ebenfalls begeht China wieder Völkermord und tritt die Menschenrechte mit Füßen, wenn die Uiguren unter menschenverachteten Bedingungen in Lagern kaserniert werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn Peking Truppen in Hongkong einmarschieren lässt. Übrigens ist die Nachricht, die islamiq hier zeigt, von der Katholischen Nachrichtenagentur übernommen worden und kein eigener Bericht. Weiterhin hat die Gesellschaft für bedrohte Völker und nicht islamiq laut Bericht auf die katastrophale Lage der Uiguren aufmerksam gemacht. Es spricht daher für islamiq, diesen Bericht hier abzudrucken. Dafür danke ich den Redakteurinnen und Redakteuren von islamiq.
25.03.20
11:40