Human Rights Watch

Forderung nach Freilassung von Rohingya in Myanmar

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) fordert die Aufhebung der Reisebeschränkungen von Rohingya in Myanmar.

09
10
2019
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Der Bundestag möchte die Rohingya stärker unterstützen. © shutterstock
Hass gegen Rohingya auch im Netz © shutterstock

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) fordert die Aufhebung der Reisebeschränkungen von Rohingya in Myanmar. Die Behörden sollten zudem 30 Angehörige der muslimischen Minderheit, die wegen Verstößen gegen diese Vorschriften inhaftiert worden seien, freilassen, erklärte die Organisation am Dienstag (Ortszeit) in New York. „Die myanmarischen Behörden scheinen die Absicht zu haben, Rohingya zu verfolgen, unabhängig davon, ob sie zu Hause bleiben oder versuchen, frei durch das Land zu reisen“, sagte der HRW-Direktor für Asien, Brad Adams.

Kinder in Myanmar in Kinderhaftanstalt

Nach HRW-Angaben sind Anfang Oktober 21 reisende Rohingya zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und acht Kinder in Kinderhaftanstalten gebracht worden. Die Polizei nahm demnach die Gruppe fest, weil sie ohne behördliche Genehmigung und Papiere mit einem Boot aus dem Bundesstaat Rakhine in die Region Ayeyarwady gekommen war. Sie waren auf dem Weg nach Yangon, wo sie laut Medienberichten Arbeit suchen oder versuchen wollte, weiter nach Malaysia zu reisen.

Schätzungsweise 600.000 muslimische Rohingya leben laut HRW im Bundesstaat Rakhine und werden von der Regierung verfolgt. Myanmar hatte im August 2017 gewaltsam mehr als 700.000 Geflüchtete nach Bangladesch vertrieben. Denjenigen, die in Myanmar blieben, wurde die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und ihnen fehlt den Angaben zufolge der Zugang zu angemessener Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung.

Stacheldraht um Flüchtlingslager

Bangladesch hat die Umzäunung der Flüchtlingslager in der Provinz Cox’s Bazar mit Stacheldraht und den Bau von Wachtürmen angekündigt. Die Zäune und die Türme seien als Schutz der Flüchtlinge vor Menschenhändlern und anderen Kriminellen gedacht, habe Innenminister Asaduzzaman Khan Kamal westlichen Botschaftern mitgeteilt, berichtete das in Bangladesch erscheinende Nachrichtenportal „The Independent“.

Gegenüber den Diplomaten habe der Minister auch die Abschaltung der Kommunikationstechnik in den Lagern verteidigt. „Wir haben das Internet und die Mobilfunknetze in den Lagern abgeschaltet, um die muslimischen Rohingya an der Kommunikation mit Terroristen zu hindern“, zitierte das Portal den Politiker. Die Botschafter Dänemarks, Norwegens, Schwedens und der Schweiz warfen Myanmar in einer gemeinsamen Erklärung vor, die Rückführung der Rohingya zu behindern.

„Wir stellen mit Sorge fest, dass die Bedingungen für eine Rückkehr in einer freiwilligen, sicheren, würdigen und nachhaltigen Art und Weise im Rakhine-Staat in Myanmar noch nicht gegeben sind“, hieß es in der am Donnerstag von den Vertretungen der vier Länder in Bangladesch veröffentlichen Erklärung. (KNA/iQ)