Rechtsextremismus

Rechtsextremist schießt mehrfach auf 26-jährigen Eritreer

In Wächtersbach schoss ein Rechtsextremist einen 26-jährigen Eritreer mehrfach in den Bau. Das Opfer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

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07
2019
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Waffenverbot für Rechtsextremisten © shutterstock, bearbeitet by iQ
Waffenverbot für Rechtsextremisten © shutterstock, bearbeitet by iQ

Ein Rechtsextremist im hessischen Wächtersbach schoss mehrfach einen 26-jährigen Eritreer in den Bauch. „Wir gehen momentan ganz klar von einem rassistischen Motiv aus“, sagte ein Sprecher des Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Das Opfer sei „aufgrund seiner Hautfarbe“ angeschossen worden. Auch andere Hinweise bestätigten diese Vermutung.

„Wir haben nach derzeitigen Ermittlungen keine belastbaren validen Erkenntnisse, dass Kontakte in die rechtsnationale oder rechtsextreme Szene bestanden“, sagte der Sprecher. Allerdings stünden die Ermittlungen noch ganz am Anfang. Das Umfeld und die Vergangenheit des Rechtsextremisten würden nach entsprechenden Kontakten durchleuchtet. „Der Verantwortung, die wir da haben, sind wir uns durchaus bewusst.“

Rechtsextremist besaß mehrere Waffen

Der rechtsextreme Terrorist habe wohl gezielt nach einem Opfer gesucht. Der 26-Jährige Eritreer sei dann offenbar ein „Zufallsopfer“ gewesen. Augenzeugen benachrichtigten die Rettungsdienste und die Polizei. Der 26-Jährige sei nach einer Notoperation außer Lebensgefahr, sagte der Behördensprecher.

Der 55 Jahre alte Rechtsextremist tötete sich nach der Tat mit einem Schuss in den Kopf. Bisher sei der Rechtsextremist nicht polizeiauffällig gewesen, hieß es. Bei dem deutschen Staatsangehörigen seien zwei halbautomatische Waffen gefunden worden. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden weitere drei Waffen sichergestellt: Eine halbautomatische Pistole und zwei Langwaffen, so die Polizei. Der 55-Jährige Rechtsextremist habe eine weitere halbautomatische Waffe kurz vor der Tat verkauft. Der Käufer sei ermittelt und die Waffe sichergestellt, hieß es weiter.

Mahnwache am Dienstagabend

Die Stadt Wächtersbach hat am Tatort zu einer Mahnwache am Dienstagabend aufgerufen. Nachdem sich seit Dienstag herumspreche, dass das Opfer aufgrund seiner Hautfarbe angeschossen worden sei, mache sich im Ort Betroffenheit bemerkbar, sagte Bürgermeister Andreas Weiher (SPD)

Annette Widmann-Mauz (CDU), die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, forderte über den Kurznachrichtendienst Twitter ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. „Aus Hetze wird Gewalt, aus Hass irgendwann Mord. Das können und dürfen wir nicht hinnehmen!“, schrieb sie.

Landrat und Bürgermeister der Kommunen des Main-Kinzig-Kreises, sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einer Attacke. „Nicht nur gegen einen Einzelnen, sondern willkürlich gegen alles „Fremde“ wurde attackiert“. Sollte der Täter aus rechtsradikaler Weltanschauung und aus Rassismus gehandelt haben, müsse auch beleuchtet werden, ob es „einen Kreis Gleichgesinnter“ gegeben habe. „Hier muss die Gesellschaft als Ganzes mit ihrem Rechtsstaat klare Kante zeigen.“ (dpa/iQ)