Frankreich

Erstes Museum zum Sufismus geöffnet

Im ersten Halbjahr 2019 soll in Paris das erste Museum zum Sufismus im Islam eröffnet werden. Ziel sei es, die spirituellen Strömungen des Islam darzustellen.

10
01
2019
Sufi Devran © facebook Sufi Devran - www.sufidevran.de, bearbeitet iQ.

In Chatou westlich von Paris eröffnet das erste Museum Frankreichs zum Sufismus. Ziel sei, der Öffentlichkeit mit historischen Präsentationen und Kunstwerken diese spirituelle Strömung des Islam näherzubringen, sagte die Koordinatorin des Projekts, Venus Borojeni, der Zeitung „La Croix“ (Mittwoch). Auch unter den Muslimen gebe es wenig Kenntnisse über den Sufismus.

Nach Meinung der Konservatorin der Abteilung für islamische Kunst im Pariser Louvre, Etienne Blondeau, spielen besonders die Kunstwerke eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Wissen über den Sufismus. Sie könnten Menschen mit nur vagen Vorstellungen vom Islam diese mystische Strömung verständlicher darstellen.

Die Renovierung des Gebäudes dauerte drei Jahre und soll laut Medienberichten fünf Millionen Euro gekostet haben. Im ersten Halbjahr 2019 soll das Museum eröffnen. Finanziert wurde das Projekt von der Schule für islamischen Sufismus MTO Shahmaghsoudi; sie hat auch in Deutschland mehrere Zentren.

Der Sufismus, auch islamische Mystik, ist eine spirituelle Strömung im Islam. Der Begriff stammt vermutlich vom arabischen „suf“ (Wolle), in Anspielung auf die einfachen Gewänder der Sufis. Oberstes Ziel ihrer Lehre ist das „Einssein mit Gott“ (tawhîd).

Die spirituelle Strömung ist beinahe so alt wie der Islam selbst. Bedeutende Vertreter sind der Perser al-Halladsch, der 922 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen starb, sowie die Araber Al-Gazâlî (1058-1111), Ibn Arabi (1165-1240) und der mystische Dichter Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207-1273). Seit dem 12. Jahrhundert entstanden in der ganzen islamischen Welt auch Sufi-Orden, die sich jeweils auf einen spirituellen Gründer berufen. Bekannte, international verbreitete Bruderschaften sind etwa die Mevleviya, Naqschbandiya oder Qadiriya. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Emanuel Schaub sagt:
Um Himmels Willen :hätten die "Herren" von der Isis und ähnlichen Missbräuchlern des Islam! den Sufismus zu ihrer Lenensanschauung gemacht. Aber dann hätten sie... ja Ihren religiös verbrämten Machismo/Brutalität /Grausamkeit ja nicht ausleben können! Genauso bei den Christen , die Botschaften werden immer von Psychopathen usurpiert und Unheil über Unheil ist die Folge. Ketzerische Randbemerkung eines Nicht Religionsgebunden "Wert-Idealisten"(grosses Wort keine Konkurenz Religion..1) Wenn es eine Schöpfungs Ursache gibt kann sie..mE, nicht allmächtig sein und wenn das Wesen derselben "Liebe" ist ,dann schon gar nicht. Denn was gibt es ohnmächtigeres als LIEBE ? gruss emanuel
14.01.19
12:55