Österreich

IGGÖ setzt Neuwahlen an

Das IGGÖ-Parlament beschloss Samstagabend eine vorzeitige Neuwahl am 8. Dezember 2018. Der aktuelle Präsident Ibrahim Olgun wird im Rahmen eines allgemeinen Reformprozesses nicht nochmal kandidieren.

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IGGÖ bezieht Stellung zu den Moscheeschließungen. © IGGÖ/screenshot
IGGÖ bezieht Stellung zu den Moscheeschließungen. © IGGÖ/screenshot

Die Mitglieder des Schurarates der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) haben Samstagabend beschlossen, alle Führungspositionen neu zu wählen. Es soll unter anderem am 8. Dezember der Nachfolger des aktuellen Präsidenten Ibrahim Olgun gewählt werden. Offiziell sei aber von einer Abwahl nicht die Rede, sondern von einem im Sommer gestarteten Reformprozess. Zu dem gehöre auch die Änderung der IGGÖ-Verfassung.

„Man braucht einen Neustart“

„Im Dezember werden alle Funktionen neu gewählt“, berichtet der Schurarat-Vorsitzende Ümit Vural. Auch brauche man für den angestrebten Reformprozess einen „Neustart“, so Vural.

Ibrahim Olgun war intern umstritten. Kritiker werfen ihm vor, dass er die Moscheeschließungen Mitte des Jahres initiiert habe. Auch habe er sich das Prozedere anders vorgestellt. „Ich bin enttäuscht, wie das gelaufen ist. Ich hätte den Reformprozess gern zu Ende gebracht. Erst danach hätte es Neuwahlen geben sollen“, so Olgun.

„Es war eine Ehre für mich“

Ibrahim Olgun habe nicht vor, am 8. Dezember 2018 nochmal zu kandidieren. Auch wolle er nicht mehr einem Gremium der IGGÖ angehören. Es sei für ihn jedoch eine große Ehre gewesen, dass er „zweieinhalb Jahre für die Muslime in Österreich arbeiten durfte“. Er habe es getan, ohne sich „von einem Verein instrumentalisieren zu lassen“, so Olgun. Bereits in den Schurasitzungen am 30. Juni seien die Befugnisse Olguns eingeschränkt worden. 

Nachfolger von Ibrahim Olgun?

Wer der Nachfolger von Olgun wird, steht noch nicht bekannt. Offiziell hat noch niemand kandidiert, jedoch werden dem aktuellen Schurarats-Vorsitzenden Ümit Vural gute Aussichten bescheinigt. Vural wollte sich bisher jedoch nicht dazu äußern.