#GroKo

Muslime enttäuscht über Koalitionsvertrag

CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Der Islam wird ausschließlich im Kontext der inneren Sicherheit genannt. Muslime zeigen sich enttäuscht von den Vereinbarungen.

08
02
2018
Koalitionsvertrag © Facebook, bearbeitet by iQ.
Koalitionsvertrag © Facebook, bearbeitet by iQ.

Am Mittwoch (07.02.201) wurde in Berlin die endgültige Fassung des Koalitionsvertrags zwischen CDU/CSU und SPD unterzeichnet und vorgestellt. Die Ziele ihrer Regierungspolitik haben sie auf rund 170 Seiten festgehalten. Neben den großen politischen Themen geht es darin auch um Grundsatzfragen über den Zusammenhalt der Gesellschaft oder ethische Herausforderungen.

Mit Blick auf den Islam wollen die Koalitionsparteien die Deutsche Islamkonferenz fortsetzen. In welcher Zusammensetzung und mit welchem Ziel, das wird nicht gesagt. Der Islam taucht vor allem mit Blick auf den Kampf gegen radikale Tendenzen wie den Salafismus nur neun mal auf. Union und SPD erwarten, „dass Imame aus dem Ausland Deutsch sprechen. Radikalisierte Moscheen werden wir beobachten und gegebenenfalls schließen“, heißt es weiter. Muslime reagierten auf die Ergebnisse enttäuschend.

Islamfeindlichkeit werde nicht erwähnt

„Die Koalitionsvereinbarung zwischen der Union und der SPD enttäuscht Muslime. In Zeiten von PEGIDA, dem Erstarken des Rechtsextremismus, täglichen verbalen und körperlichen Angriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen, wäre eine gesonderte Thematisierung der immer stärker werdenden Islamfeindlichkeit in unserem Lande mehr als nötig“, erklärte der Vorsitzende des Islamrates, Burhan Kesici.

Muslime seien täglich verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Sie erleiden Diskriminierungen in Bildung und auf der Arbeit. Die Stimmung gegenüber Muslimen und den Islam durchläuft derzeit eine Talfahrtphase. Ihre Gebetsstätte werden mittlerweile beinahe täglich geschändet. All das wird von den Sicherheitsbehörden wie Soziologen bestätigt. „Dass die Union und die SPD diese Probleme nicht mal mit einem Satz in der Koalitionsvereinbarung erwähnt, ist besorgniserregend. Mit keinem Wort werden die akuten Sorgen von Muslimen, wie Unrechtbehandlung angesprochen. Das ist realitätsfremd und kein Zeichen ausgeprägter umfassender staatlicher Fürsorge“, so Kesici weiter.

„Koalitionsvertrag ist herbe Enttäuschung“

Auch der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Bekir Altaş, äußerte sich zum Koalitionsvertrag. „Es ist sehr enttäuschend, dass der Islam im Koalitionsvertag ausschließlich im Kontext der inneren Sicherheit genannt wird. Das verzerrt den Blick auf die Realität und ist Wasser auf die Mühlen von Islamfeinden“, erklärt Altaş.

Wer den Koalitionsvertrag lese, bekomme unweigerlich den Eindruck, als müsse man Angst vor dem Islam haben. Das sei eine unzulässige und massive Verzerrung der Lebensrealität von Millionen Muslimen in Deutschland. „Die Politik muss ihren ewiggestrigen Blick auf die Muslime auf den Prüfstand stellen und ihre Scheuklappen endlich ablegen. Muslime sind keine Gefahr für Deutschland, sondern eine Bereicherung. Muslime sind auch keine homogene Masse, die es zu integrieren gilt, sondern fester Bestandteil der hiesigen Gesellschaft ohne Anpassungsbedarf“, so Altaş weiter.

Leserkommentare

grege sagt:
Anstatt über andere zu lamentieren sollten die Islamverbände auch mal ihr eigenes Fehlverhalten hinterfragen. Von Nichtmuslimen wird die Akzeptanz der Islamfeindlichkeit erwartet. Umgekehrt negieren die Islamverbände den Extremismus sowie den Antisemitismus in ihren eigenen Reihen. Man muss die eigenen Erwartungen nicht nur an andere, sondern auch an sich richten........
08.02.18
18:39
Ute Fabel sagt:
„Islamfeindlichkeit wird im Koalitionsvertrag nicht erwähnt“ Na und? Die Regierung ist ja nicht die PR-Abteilung der Islamverbände. Dem Islam feindlich eingestellt zu sein ist aufgrund der geltenden Meinungsfreiheit genauso legitim wie die AfD zutiefst zu verachten. Man darf die Scientology-Kirche für ein Verbrechersyndikat halten, oder die Linkspartei für den „elenden Rest dessen, was zum Glück überwunden ist“, wie es der Bürgerrechtler Biermann in einer Rede im Bundestag 2014 ausgedrückt hat.
08.02.18
18:43
Dilaver Çelik sagt:
Der Koalitionsvertrag ist nichts anderes als eine Realsatire in Anbetracht der Straftaten gegen Moscheen in den letzten Wochen. Die Koalition soll erst einmal Abgeordnete aus dem Bundestag rauswerfen, welche sich mit Terrororganisationen solidarisieren und sich im Dunstkreis ihrer Sympathisanten bewegen.
08.02.18
19:04
Enail sagt:
Wir haben in den letzten Jahren viele Menschen aus muslimischen Ländern aufgenommen, ohne zu hinterfragen, woher sie kommen wer sie sind und was sie wollen. Jeder darf ins Land. Und tägl. lese ich von Messerstechereien, von Übergriffen auf Frauen, von Massenschlägereien. Die Kriminalität ist gestiegen, die Gewalt gegen Menschen ist gestiegen. Und da regt man sich auf, wenn eine Moschee beschmiert wird, die nur aus Steinen besteht. Die Muslime bringen ein Frauenbild mit, das eben auch der Islam vermittelt, in dem die Frau nicht gleichberechtigt ist. Und genau so führen sich viele auf und wundern sich dann, wenn sie auf Ablehnung stoßen. Für mich kann ich durch den Islam keine Bereicherung in unserem Land erkennen. Im Gegenteil, man wird immer nur mit neuen Forderungen konfrontiert um hier ihre mittelalterlichen Bräuche zu installieren, die gerade für mich als Frau nur zum Nachteil sein können. Ich bin und fühle mich genauso viel wert wie ein Mann, nicht mehr aber auch nicht weniger. Und ich hätte gerne das das auch so bleibt.
10.02.18
0:47
Frederic Voss sagt:
Der ORF über den Korankenner Hamed Abdel-Samad: "Der deutsch-ägyptische Autor zeichnet den Propheten als schwierigen und widersprüchlichen, gewaltbereiten und kranken Menschen, und er fordert eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begründer des Islam". Sollen nun wirklich die ergebenen, z.T. fanatisierten Anhänger und Verehrer eines solchen Mannes wirklich als ungefährlich für Deutschland angesehen werden, wie hier oben ein sog. Generalsekretär vehement fordert? Deutschland und Europa müssen sehr wachsam sein, wenn religiös-politisch agierende Islamgruppen immer mehr die Richtlinien bestimmen wollen. Denn derlei Ansinnen sind ganz besonders besorgniserregend und realitätsfremd.
10.02.18
18:43
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel (Ihr Post vom 08.02.18, 18:43) -- "Die Regierung ist nicht die PR-Abteilung der Islamverbände." (Ute Fabel) Aber die Regierung ist verantwortlich für den wichtigen Aspekt "Innere Sicherheit." Und unter diesem Punkt betrachtet ist es durchaus nachvollziehbar, dass Muslime die Erwähnung des Aspektes "Islamfeindlichkeit/Fremdenfeindlichkeit/Rassismus" im Koalitionsvertrag erwartet haben und über dieses Defizit ihre Enttäuschung ausdrücken. Es geht aber nicht nur um "Islamfeindlichkeit", sondern um jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Insofern ist "grege" zuzustimmen: Wäre prima gewesen, Muslime hätten sich bei der Bewertung des Koalitionsvertrags nicht nur auf Islamfeindlichkeit konzentriert, sondern auch auf fremdenfeindliches Verhalten, das von einer kleinen Minderheit von Muslimen ausgeht.
10.02.18
22:02
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel (Ihr Post vom 08.02.18, 18:43) -- "Die Regierung ist nicht die PR-Abteilung der Islamverbände" (Ute Fabel) Mit derselben Logik könnten sie Einwände der deutschen Wirtschaft gegen den Koalitionsvertrag zurückweisen, und sagen, die Regierung ist nicht die PR-Abteilung der deutschen Wirtschaft. Und doch äußert sich die deutsche Wirtschaft zum Koalitionsvertrage, und sie tut es kritisch, was auch völlig legitim ist. Und ebenso legitim ist es, dass sich die Islamverbände zum Koalitionsvertrag äußern. Denn sie gehören genauso zu Deutschland wie der BDI.
11.02.18
2:14
Kritika sagt:
L.S. « Wer den Koalitionsvertrag lese, bekomme unweigerlich den Eindruck, als müsse man Angst vor dem Islam haben. Das sei eine unzulässige und massive Verzerrung der Lebensrealität von Millionen Muslimen in Deutschland. » So meinen, Islamiq zufolge, IslamVetreter. Und Kritika fügt hinzu der Eindruck besteht zurecht. --------- Ist Angst vor dem Islam unbegründet ? Heute, Sonntag 11 Feb 2018 tauchte in eine Christliche Kirche in Indonesia eine islamische Mörderbande auf, ausgerüstet mit Schwerten. Ist Angst vor dem Islam unbegründet ? Behördliche Deutsche Quellen berichten - im Internet nachzulesen - dass in Deutsche Gefängnisse nicht weniger als 13.000 (Dreizehn Tausend) Muslims einsitzen. Sicherlich nichtdeshalb, weil das Fahrrad-Rücklicht nicht brannte. Wenn einer von den 13.000 frei kommt, und Kritika, mit Begleiterin, den im Dunkel begegnet, wünsche ich mir die Brauning, mit Para-Bellum Munition, dabei zu haben. Das hilft gegen Angst vor Islam. In Freiburg und einer Nachbarstadt laufen zZ Mord-Prozesse gegen Muslims die zusammen 3 Frauen feige vergewaltigt und danach ermordet haben. Wenn der Islam in Zusammenhang mit schwerste Verbrechen erwähnt wird, ist das keine Polemik sondern bitterer Ernst. ------------ „Die Koalitionsvereinbarung zwischen der Union und der SPD enttäuscht Muslime. In Zeiten von - - täglichen verbalen und körperlichen Angriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen, wäre eine gesonderte Thematisierung der immer stärker werdenden Islamfeindlichkeit in unserem Lande mehr als nötig“, erklärte der Vorsitzende des Islamrates, Burhan Kesici. --------- « Muslime seien täglich verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Die Stimmung gegenüber Muslimen und den Islam durchläuft derzeit eine Talfahrtfase. » Mag sein aber selbstverschuldet - sagt Kritika. Schaffe die Ursachen ab, und die Folgen werden Verschwinden. Hat schon einmal jemand gehört, dass die nach dem Islam nächst-bedeutungslose Sekte, die Buddisten, dermassen viel Probleme verursacht und dann auch bekommt? Weshalb? Die verhalten sich weislich unauffällig. Kritika wünscht den Muslims hier ein Wenig von dieser Budistische Weisheit. ---------- Es hat sich ist leider als unumgänglich herausgestellt, Moscheen zu beobachten, und bei Anlass zu schliessen, das sollte man weiterhin verfolgen. ---------- Muslime seien täglich verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Sie erleiden Diskriminierungen in Bildung und auf der Arbeit. Muslime können es nicht lassen, in der Öffentlichkeit mit einem verruchten Sybol zu werben für eine Sekte, mit "SelbstmordTerror" als Markenzeichen. ----------- Soweit die "Diskriminierung" und "Angriff" auf KopftuchSturheit beruht, sind die Demonstrantinnen selber Ursache. Sie können wählen zwischen AngriffsRisiko oder normal Kleiden. denn ohne Kopftuch: kein Unterschied zu normale Frauen ergo kein Angriff. -------- Kritika kann das Gejammer und den SelbstMitleid der kopftuchsturen Frauen, die sich diskriminiert oder angegriffen fühlen nicht mehr hören. Wer sich bewusst als AngriffsZiel anbietet, trägt Mitschuld. Period. Im Übrigen meint Kritika, dass die Welt ohne Islam wesentlich friedlicher wäre. Gruss, Kritika
12.02.18
0:45