Kleine Anfrage

Berlin hält an Dialog mit Ditib fest

Auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen antwortet die Bundesregierung, dass sie an der Zusammenarbeit mit Ditib festhält.

22
03
2017
Der Bundestag berät sich über die Religionsfreiheit © by malditofriki auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.
Der Bundestag © by malditofriki auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

Die Bundesregierung hält an der Zusammenarbeit mit der der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), der größten islamischen Religionsgemeinschaft in Deutschland, fest. Die aktuellen Kontroversen über die Spionagevorwürfe gegen einzelne Ditib-Imame würden daran nichts ändern, Dies betreffe sowohl die weitere finanzielle Förderung als auch die Teilnahme der Türkisch Islamischen Union an der Deutschen Islamkonferenz, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwoch unter Berufung auf eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Darin lehne sich die Regierung auch eine Überwachung der Religionsgemeinschaft durch den Verfassungsschutz ab. Dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage. Die Vorwürfe der Spionage richteten sich „aktuell lediglich gegen von Diyanet nach Deutschland entsandte und bei Ditib eingesetzte Imame“, zitiert das Blatt aus der Antwort der Bundesregierung.

Der Grünen-Politiker Volker Beck warf der Regierung zu große Nachgiebigkeit vor. Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion sagte dem „Stadt-Anzeiger“, es fehle am Willen, „die Machtstrukturen innerhalb der Ditib zu durchdringen“ und die Mechanismen für die Steuerung der Religionsgemeinschaft und ihrer Unterorganisationen durch die türkische Regierung zu verstehen. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Typisch SPD und Union brav klein beigeben, ja nicht die armen AKP-Islamisten verärgern!
23.03.17
11:18
Timo sagt:
Eine politische Organisation wird nicht dadurch zu einer Religionsgemeinschaft, dass immer wieder behauptet wird, dass sie eine sei. Ein Verein, der an einer ausländischen staatlichen Religionsbehörde hängt, kann nicht den Status einer Religionsgemeinschaft beanspruchen, um so die Religionsfreiheit zu missbrauchen.
23.03.17
12:19
Holger Berger sagt:
Grundsätzlich sind Dialoge immer gut und sinnvoll. Denn da kann man genau darlegen, wo Grenzlinien sind und sich STOP-Schilder befinden. Vor allem dann auch, wenn türkische Muslim-Politiker schon einen "Heiligen Krieg in Europa" zumindest verbal ins Spiel bringen. Ich halte solche muslimischen Staatslenker für unberechenbar und sehr gefährlich.
23.03.17
16:46
Manuel sagt:
@Timo: Vollkommen richtig, diesen "Trend", stelle ich schon länger fest, dass die Religionsfreiheit von div. Islamverbänden dazu missbraucht wird, ihren politischen bzw. radikalkonservativen Islam bei uns zu verbreiten und dann Diskriminierung schreien, wenn man sowas ablehnt.
23.03.17
21:06
Dilaver sagt:
Diejenigen, welche in DITIB ein Problem sehen, sind schlichtweg krank im Kopf. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
25.03.17
0:45
Andreas sagt:
Oh je, wir sind beleidigt, wenn Erdoğan uns Nazi-Methoden vorwirft, haben aber keinen Schmerz damit, die DITIB mit Islamisten in einen Topf zu werfen.
25.03.17
23:58
Bernd sagt:
Eine Trennung der DITIB von der staatlichen Religionsbehörde in Ankara ist aus meiner Sicht unumgänglich. Wenn wir nicht weiterhin massiv unterwandert werden wollen, müssen wir der DITIB helfen, sich von Ankara abzunabeln und einen liberalen Islam zu verbreiten, ohne zusätzliche politische Wünsche aus Ankara. Außerdem brauchen wir einen europäischen Islam, aktuell haben wir hauptsächlich einen staatl. türkischen Islam. Das ist auch ein bisschen einseitig. Die Zusammenarbeit der Regierung mit Religionsverbänden halte ich grundsätzlich für falsch. Hier brauchen wir eine deutlichere Trennung, auch wenn dies heißt, dass wir die aktuellen Verbindungen zur christlichen Kirchen gegenüber dem Staat auch überprüfen müssen.
26.03.17
11:46
Manuel sagt:
@Andreas: Achso, wer bestimmt den in DITIB, die türkischen AKP-Islamisten, also was wollen Sie?
27.03.17
10:08
Manuel sagt:
@Dilaver: DITIB hat ein Problem, dass heißt AKP-Islamismus und Erdogan!
27.03.17
10:09