Statistik

Weniger rechtsextreme Aufmärsche

Dia Zahl rechtsextremer Aufmärsche ist nach Angaben des Verfassungsschutzes rückläufig. Pegida-Kundgebungen tauchen allerdings in der Statistik nicht auf.

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2016
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Terror-Befürworter? Demonstrant bei Pegida-Ableger Dügida unter deutschem Fahnenmeer © by Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Die Aufmärsche von Neonazis und anderen Rechtsextremisten sind in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Sie bleiben aber auf hohem Niveau. Im dritten Quartal zählte der Verfassungsschutz bundesweit 83 Aufmärsche und damit deutlich weniger als noch im ersten Quartal mit 204 und im zweiten Quartal mit 128. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor.

Bei den Kundgebungen gehen demnach auch immer weniger Rechte auf die Straße: Im dritten Quartal gab es 5.455 Teilnehmer. Das entspricht nur noch etwa einem Fünftel der Teilnehmerzahl vom ersten Quartal (25.820).

Sollte sich der Trend fortsetzen, sind in diesem Jahr weniger solcher Kundgebungen zu erwarten als 2015. Da gab es nach Angaben der Linken noch 590 Nazi-Aufmärsche mit mehr als 100.000 Teilnehmern. Damals war die Proteststimmung wegen der Flüchtlingskrise auf einem Höchststand.

Meist drehten sich die Aktionen um die Themen Asyl, Zuwanderung und Islamisierung, hieß es. Pegida-Demonstrationen tauchen in der Statistik nicht auf, weil der Verfassungsschutz die Bewegung nicht als rechtsextremistisch dominiert einstuft. Organisiert wurden die Aufmärsche vor allem von der NPD, aber auch der Neonazi-Parteien „Die Rechte“ und „Der III. Weg“.

Kein Grund zur Entwarnung

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke sieht keinen Anlass zur Entwarnung. „Hass und Gewalt werden von der Naziszene nach wie vor tagtäglich auf die Straße getragen.“ Von Januar bis September habe es mehr als 400 rechte Aufmärsche mit mehr als 45.000 Teilnehmern gegeben. „Auch, wenn der Höhepunkt der rassistischen Mobilisierungswelle im Rahmen der Flüchtlingsdebatte überschritten ist, so zeigt auch 2016 eine Mobilisierungsfähigkeit der Nazis, wie wir sie in diesem Jahrzehnt noch nicht erlebt haben.“ (KNA/iQ)