Burkini-Verbot

Muslimische Urlauber weichen nach Italien aus

Infolge der Burkini-Verbote an französischen Stränden, weichen nun viele muslimische Urlauber nach Italien aus. Dort werde ein verbot abgelehnt, weil man ein Miteinander fördern wolle.

23
08
2016
Burkini © Marks & Spencer

Aufgrund des an vielen französischen Stränden geltenden Burkini-Verbots weichen Muslime an grenznahe italienische Küsten aus. Im ligurischen Alassio waren nach Angaben der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ am Wochenende deutlich mehr Badende im Burkini an den Stränden als sonst.

Von etwa 100 Musliminnen im Burkini zwischen Touristen in Bikinis und Badeanzügen berichtete ein Bademeister der Zeitung. Mehrere Muslime hatten ihm erzählt, dass sie aufgrund des Verbots in Frankreich ins nahe gelegene Alassio gekommen waren. In dem Badeort hatte erst kürzlich auch die arabische Prinzessin Nouf Nint Abdullah al Saud Urlaub gemacht.

Für den Bürgermeister von Alassio, Enzo Canepa, kommt ein Burkini-Verbot an den Stränden der Stadt nicht in Frage. Auch die Italienische Bischofskonferenz hatte sich schon zu Beginn der in Italien geführten Debatte gegen ein mögliches Burkini-Verbot ausgesprochen. Es gehe darum, mit unterschiedlichen Religionen zusammenzuleben, Gepflogenheiten anderer Kulturen zu kennen und sie zu akzeptieren, sofern sie nicht die Sicherheit gefährden, sagte Bischof Nunzio Galantino (68). Er respektiere Frankreichs Motive für das an einigen Stränden eingeführte Verbot. Auf Italien sei dieses aber nicht problemlos übertragbar. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Burkas, Burkinis und Niqab fördern das Miteinander nicht, sondern sind Abgrenzungs- und Nichtintegrationssymbole
23.08.16
12:51
Müzeyyen sagt:
Nonnen tragen auch eine Kopfbedeckung und sind sehr bedeckt gekleidet. Ebenso Mönche. Sind die auch nicht integriert? Mich beschäftigt ebenso seit Jahren, ob überhaupt jemand den Integrationsschein bestanden hat. Das gehört nicht zur Integration jenes gehört nicht zur Integration. Offen gesprochen, solange die Integration an die 99 Verbote gekoppelt ist, wird keiner den Integrationsschein bestehen.
23.08.16
23:56
Johannes Disch sagt:
@Müzeyyen Prima auf den Punkt gebracht. lg Johannes Disch
24.08.16
12:04
Ute Fabel sagt:
Viele Muslime erzählen mir andauernd, dass Islam sei eine Religion, in der die Geschlechter gleichgestellt seien. Was ich vermisse, sind die kritischen islamischen Stimmen gegenüber dem Burkini nur für Frauen. Ich habe noch keinen muslimischen Mann gesehen, der am Strand aus religiösen Gründen einen Ganzkörper- Tauchanzug trägt. Wenn ich in Bädern Burkiniträgerinnen sehe, haben ihre männlichen Begleiter meistens nur Shorts an, die nicht einmal bis zum Knie gehen und einen nackten Oberkörper. Was mir so sauer aufstösst ist die Verstärkung der Geschlechterungleichbehandlung durch den Burkini.
24.08.16
12:23
Ute Fabel sagt:
Die französische Zeitung „Le Figaro“ brachte kürzlich - wie ich meine - einen treffenden Kommentar zum "Burkin": „Laizität und Religion sind hier nicht das Thema. Der Burkini ist keine Koranvorschrift, sondern die x-te Manifestation eines politischen, aktivistischen, zerstörerischen Islam, der versucht, unseren Lebensstil, unsere Kultur und unsere Zivilisation infrage zu stellen. Kopftuch in der Schule, Straßengebet, Halal-Menüs in der Schule, sexuelle Apartheid in den Schwimmbädern, den Krankenhäusern, den Fahrschulen, Nikab, Burka ... Seit 30 Jahren gefährdet diese Unterwanderung unsere Gesellschaft und versucht, sie zu destabilisieren. Es ist Zeit, ihr die Tür vor der Nase zuzuknallen.“
25.08.16
12:11
Manuel sagt:
@Müzeyyen: Bei Nonnen ist das eine Art Berufskleidung, also mischen Sie hier nicht Dinge, im Christentum muss keine Frau Kopftücher tragen. Integration heißt, wenn man sich an die Kultur des Landes in dem man lebt anpasst und nicht, dass sich die anderen mir anpassen müssen. Es hat keiner die Moslems gezwungen in einen streng laizistischen Staat auszuwandern oder?
26.08.16
16:43