Freitagspredigten, 05.02.2016

Dschihad, Worte, Anstrengung

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Dschihad – eine Lebenseinstellung

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um den Dschihad als eine Lebenseinstellung. Dschihad bedeute Leben – und zwar ein Leben als friedliebender Muslim. Leider werde dieser zentrale islamische Begriff heute sinnentleert benutzt. Das falsche Verständnis vom Dschihad vereine die Unwissenden unter den Muslimen mit den sogenannten Islamkritikern.

Die wesentlichen Eigenschaften eines Mudschahids seien seine Gehorsamkeit gegenüber Allah und sein Einsatz auf dem Wege Allahs. Niemandem werde durch ihn geschadet. Wenn doch, sei diese Person kein Mudschahid. Das bedeute, er habe den Dschihad missbraucht. Der Dschihad in den Hadithen betone den Kampf mit dem Nafs – und zwar um der Zufriedenheit Allahs willen. Dies sei ein Kampf für das Gute, denn der Nafs will die Menschen stets zum Schlechten führen. In den Hadithen werde auch deutlich, dass der Dschihad auch den Einsatz für Gerechtigkeit hervorhebe.

Nicht gefangener unserer Worte sein!

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Gefangenschaft in den Händen von Worten. Die Zunge sei ein sehr kraftvolles aber auch dementsprechend ein gefährliches Organ. Das Wissen vermittle man mit Worten, die Empfindungen teile man durch Worte mit anderen, die Gedanken äußere man mit Worten, mit Worten könne man die Welt in Bewegung setzen und den Lauf des Lebens verändern.

Daneben begehe der Mensch viele der Sünden mit seinen Worten und seiner Zunge. Die Zunge begehe viele sündhafte Handlungen wie Lüge, Lästerei, üble Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung und Fluchworte sowie Kränkung der Herzen. Natürlich äußere sich auch in den Worten, was im Herzen ist.

Je mehr der Mensch spreche, desto mehr sei die Wahrscheinlichkeit Fehler zu machen. Folglich solle man ein Mal sprechen aber zwei Mal zuhören. Vor allen Dingen sei die weiseste Tat zu solchen Themen zu schweigen, wozu man sich nicht auskenne und denjenigen zuzuhören, die sich auskennen.

Anstrengung für Allah

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Anstrengung für Allah. Allah habe den Menschen als das ehrenvollste unter den Geschöpfen erschaffen, ihm die Vernunft als Gabe mitgegeben und ihm über seine Gesandten den richtigen Weg gezeigt. Alle Gesandten seien von Allah geschickt worden, damit sie den Menschen das Rechte und Richtige beibringen und sie somit zu Glück und Frieden im Diesseits und im Jenseits führen.

Für bewusste Muslime gebe es hernach eine essentielle Aufgabe: Auf dem Wege Allahs uns immerzu auf der Fährte der Gesandten und der Freunde Allahs zu sein und bis zum letzten Atemzug -dieser letzte Atemzug inklusive- gute Dienste zu machen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.