Islamfeindlichkeit

Mehr tätliche Übergriffe auf Muslime

Nach Einschätzung von Vertretern der islamischen Religionsgemeinschaften wird nach terroristischen Taten oft Wut und Zorn „auch gegen unschuldige Muslime“ entladen.

22
11
2015
Schandfleck
Symbolbild: Mit Christenkreuze bschmiert © Abdulrahman Köylüoğlu

Nach Einschätzung von Vertretern der islamischen Religionsgemeinschaften steigt die Zahl der tätlichen Angriffe auf Muslime in Deutschland stetig an. Die Zahl der verbalen Übergriffe sei zurückgegangen, sagte der Beauftragte für interreligiösen Dialog der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), Bekir Alboga, am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln.

Nach terroristischen Taten sei immer wieder festzustellen, dass sich Wut und Zorn „auch gegen unschuldige Muslime“ entlüden. „Das ist eine emotional schwierige Situation. Da Übergriffe auf Muslime oder Moscheen in Deutschland nicht gesondert erfasst werden, beruft sich der Verband auf selbsterfasste Fälle. Absolute Zahlen gibt es nicht, bestätigt das Bundeskriminalamt (BKA). Die DITIB hat in diesem Jahr bislang „annähernd 60 Übergriffe“ erfasst, geht aber von einer höheren Dunkelziffer aus.

Auch die Qualität der Angriffe hat sich laut DITIB verändert: von eingeschlagenen Scheiben über eine wachsende Zahl von Schmierereien bis hin zu Brandstiftung und dem Einsatz von Schusswaffen. Zugleich hätten Aufmerksamkeit und Sensibilität von Nachbarn und Gemeinden „auch aufgrund der aktuellen Entwicklungen stark zugenommen, sagte Alboga. (KNA,iQ)

Leserkommentare

Susanne Arndt sagt:
Die Propaganda im Dritten Reich hat mich damals immer sehr interessiert in der Schule. "Wie blöd muss man sein, einen Menschen abzustempeln ohne ihn zu kennen", habe ich mich dann immer gefragt. Heute sind wir wieder so weit. Es ist also gar nicht so schwer.
22.11.15
18:13
Marianne sagt:
@Susanne Arndt: Man kann die Bundesrepublik Deutschland wohl kaum mit dem 3. Reich unter den Nationalsozialisten vergleichen. Wo gibt es denn hier eine staatlich organisierte massenhafte Verfolgung von Muslimen?
23.11.15
13:43
Trara sagt:
@Susanne Arndt: Und wenn Sie den Menschen gekannt hätten, würde es Gründe für Sie geben ihn abzustempeln? Es gab damals ein Zusammenleben der veschiedenen Konfessionen. Die Menschen kannten sich. Trotzdem wurden viele Millionen umgebracht.
23.11.15
23:00
David sagt:
Die Anfeindungen gegen Muslime werden immer grotesker! Und ja, natürlich kann ich die jetzige BRD mit der damaligen NSDAP vergleichen! Und natürlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Muslime vergast werden! - ich denke nur die ganze Zeit: Haben nicht genau jene unschuldigen "Deutsch-Juden" genauso über ihre Situation gedacht, dieselbt in der Geschellschaft sehr erfolgreich (modern gesprochen: VorzeigeMigrannt/in) waren.??? ... Die Geschichte wiederholt sich - immer wieder und WIR SIND ES, DIE NICHT DARAUS MACHEN - VERGESSEN!
24.11.15
15:17
Talib sagt:
Die DITIB sollte ihre Fakten genauer überprüfen. Wer behauptet, dass verbale Angriffe auf Muslime zurückgegangen sind, hat vom Ausmaß der Anti-Islamhetze keine Ahnung! Es ist sogar so, dass die Beleidigungen gegen Muslime zunehmen, und die Muslime sich von den sogenannten Islamverbänden im Stich gelassen fühlen!
30.11.15
10:07
saida sagt:
Morddrohungen wie "sobald ich kann, erschiesse ich euch" im Beisein von Kindern. Morddrohungen im Bahnhof- "ich schmeiss dich auf die Gleise".... Hitlergrüsse und brüllende Bauarbeiter ("die Schule ist für deutsche") und alle hören weg.... Lehrer, die jeden Satz mit "bei uns in Deutschland. .."anfangen. Angefahren mit Einkaufswagen im Laden. Keine Bedienung bei MacDoof und Fleischtheke im Laden. Deutsche frauen, die mit Handtasche von hinten zuschlagen, bevor sie beleidigen. Nicht zu reden von täglichen beleidigungen und Beschimpfungen. DAS alles in 2015....
04.01.16
9:38
Enail sagt:
Und das alles in 2015-2016 Köln, Hamburg und Stuttgart. Übergriffe und sexuelle Belästigungen an deutschen Frauen von arabisch und nordafrikanischen aussehenden Männern. Wahrscheinlich alles Christen, oder?
06.01.16
1:40