Israels Armee soll internen Einschätzungen zufolge inzwischen ähnliche Opferzahlen nennen wie die palästinensischen Gesundheitsbehörden. Offiziell äußert sich das Militär weiterhin zurückhaltend.

Israels Militär geht Medienberichten zufolge inzwischen selbst von rund 70.000 getöteten Palästinensern im Gazastreifen aus. Damit nähert sich die Armee offenbar den Zahlen der palästinensichen Gesundheitsbehörden an, die Israel bislang angezweifelt hatte. Das berichteten am Freitag das Nachrichtenportal Ynet sowie weitere führende israelische Medien unter Berufung auf hochrangige Militärvertreter.
„Unserer Schätzung nach wurden rund 70.000 Bewohner des Gazastreifens während des Krieges getötet, Vermisste nicht eingerechnet“, zitierte Ynet einen der Vertreter. „Wir arbeiten derzeit daran, zwischen Terroristen und Unbeteiligten zu unterscheiden.“ Das palästinensische Gesundheitsministerium hatte die Zahl der Todesopfer zuletzt mit rund 70.100 angegeben. Tausende weitere Menschen würden demnach noch unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermutet.
Die Behörde unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern, erklärte jedoch, dass es sich bei den meisten Toten um Frauen und Kinder handele.
Die Vereinten Nationen stufen die von den Gesundheitsbehörden veröffentlichten Zahlen seit Langem als weitgehend verlässlich ein. Das israelische Militär erklärte auf Anfrage, die Medienberichte spiegelten nicht die offiziellen Daten wider. Veröffentlichungen zu diesem Thema erfolgten ausschließlich über offizielle Kanäle.