Bundeswehr

Bundeswehr plant muslimische Militärseelsorge – Pilotprojekt soll 2026 starten

Ab 2026 plant die Bundeswehr erstmals muslimische Seelsorger – zunächst als Pilotprojekt im Inland.

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2026
Militärseelsorge Bundeswehr
Militärseelsorge © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Die Bundeswehr will ab Anfang 2026 erstmals muslimische Seelsorger einsetzen. Mit einem bundesweiten Pilotprojekt reagiert das Verteidigungsministerium auf die wachsende religiöse Vielfalt innerhalb der Truppe. Rund 3.000 muslimische Soldatinnen und Soldaten dienen derzeit in der Bundeswehr – bislang ohne eigenes seelsorgerisches Betreuungsangebot.

Geplant ist, die ersten Militärimame über eine öffentliche Ausschreibung zu rekrutieren. Sie sollen auf Grundlage von Leistungsvereinbarungen arbeiten und zunächst ausschließlich innerhalb Deutschlands tätig sein. Eine Entsendung in Auslandseinsätze ist vorerst nicht vorgesehen. Die Seelsorger sollen regional eingesetzt werden und muslimischen Soldatinnen und Soldaten bei persönlichen, religiösen oder seelischen Anliegen zur Seite stehen.

„Bundeswehr ist vielfältiger geworden“

Oberst Thorsten Weber aus dem Bundesverteidigungsministerium betont, es gehe darum, der Realität innerhalb der Streitkräfte gerecht zu werden. Die Bundeswehr sei vielfältiger geworden, und diese Vielfalt müsse sich auch in den Unterstützungsstrukturen widerspiegeln. Ziel sei ein eigenständiges seelsorgerisches Angebot für muslimische Soldaten, vergleichbar in seiner Funktion, wenn auch nicht in seiner institutionellen Ausgestaltung, mit bestehenden Modellen.

Für viele Betroffene kommt dieser Schritt spät. Die Soldatin Nariman Hammouti, die mehrere Auslandseinsätze absolviert hat, berichtet von schmerzhaften Lücken in der Vergangenheit. Während eines Einsatzes in Afghanistan habe ihr der religiöse Rückhalt gefehlt, insbesondere in einer familiären Krisensituation. Kameradschaft und militärische Führung hätten sie unterstützt, doch spirituelle Begleitung habe sie vermisst. Religiöses Trauern sei unter den damaligen Umständen kaum möglich gewesen.

Anders als bei der christlichen und jüdischen Militärseelsorge ist eine vollständige Institutionalisierung für den islamischen Bereich derzeit nicht geplant. Ein zentrales Hindernis sieht das Verteidigungsministerium in der fehlenden einheitlichen Vertretung der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland. Ohne einen klaren Ansprechpartner sei ein Staatsvertrag – bislang Voraussetzung für eine vollwertige Militärseelsorge mit Zugang zu Kasernen und Auslandseinsätzen – nicht realisierbar.

Politischer Wille und verlässliche Finanzierung

Juristische Experten widersprechen dieser Einschätzung. Benedikt Plesker von der Kanzlei Lenz und Johlen hält einen Staatsvertrag nicht zwingend für notwendig. Auch auf vertraglicher Basis lasse sich eine dauerhafte Militärseelsorge etablieren. Entscheidend seien aus seiner Sicht politischer Wille und verlässliche Finanzierung. Ohne beides drohe das Projekt, dauerhaft im Pilotstatus zu verharren.

Kritik kommt auch aus der Truppe selbst. Hammouti verweist auf andere NATO-Staaten, in denen muslimische Militärseelsorge längst etabliert ist – teils sogar für weitere Religionsgemeinschaften. Angesichts der sicherheitspolitischen Lage und des steigenden Personalbedarfs sei es ein falsches Signal, engagierte Soldaten mit muslimischem Glauben nur zögerlich mitzudenken.

Die Bundeswehr betont hingegen, man wolle schrittweise vorgehen. Erfahrungen im Inland seien Voraussetzung für eine mögliche Ausweitung – auch mit Blick auf Einsätze im Ausland. Ob aus dem Pilotprojekt eine dauerhafte Struktur wird, bleibt vorerst offen.

Leserkommentare

Cumali Mol sagt:
Schön und gut. Aber will dann dieser "Seelsorger" den Soldaten und Soldatinnen ein gutes Gewissen einreden, wenn sie im Namen der Demokratie mit Einsatz von Leib und Leben die Vollstrecker eines Völkermord schützen. Der aus einer Terrororganisation hervorgegange zionistische Staat wird es zu schätzen wissen. Nein. Zunächst muss sich die Verfassung dieses Landes zu gunsten der göttlichen Ordnung ändern. Das Lasische Grundgesetz ist dbzgl. zum greifen nahe. Aber das wäre für die gegenwärtigen Mandatsträger nicht akzeptabel. Daher werde ich nicht müde, mich dafür auszusprechen, die Regierungsgeschäfte auf eine Proaktiv Autonome Echtzeit-KI (PAE-KI) zu übertragen. Der Mensch ist unter allen Dingen der streitsüchtigste. Eine KI als Führer wäre in vielerlei Hinsicht begrüßenswert und vorteilhaft. Welcher مسلم nimmt schon gerne von Verbrechern Befehle entgegen?
05.01.26
17:53
grege sagt:
alles schön und gut, ich hoffe, da werden die richtigen seelsorger aiusgesucht und nicht solche, die durch extremistische oder antisemitische umtriebe aufgefallen sind.
05.01.26
18:12
Timotheus sagt:
Kommentierer Cumali Mol sollte sich mal intensiv die vielen Verbrechen vor Augen führen, die schon im Namen des Islam geschehen sind oder auf Befehl muslimischer Herrschergestalten und streitsüchtiger Islam-Autoritäten ausgeführt wurden. Das wäre sehr begrüßenswert und vorteilhaft im Hinblick auf gute Weiterbildung und Horizonterweiterung. Auch spezieller Islam-Extremismus als gewissenloser Vollstrecker einer angeblich göttlichen Ordnung mit Koranbuch-Bezug müsste ganz tief und umfassend ausgeleuchtet und analysiert werden. Die Welt würde das auf jeden Fall sehr zu schätzen wissen.
08.01.26
0:26