Rassismus

Zahl rassistischer Straftaten in Deutschland erneut gestiegen

Rassistische Straftaten in Deutschland haben 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Experten warnen vor wachsender Gewalt.

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Islamfeindliche Straftaten
Symbolbild: Islamfeindlichekeit © Facebook, bearbeitet by IslamiQ.

Die Zahl rassistischer Straftaten in Deutschland ist im Jahr 2024 erneut deutlich gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums registrierten die Behörden bundesweit 19.481 fremdenfeindliche Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 29 Prozent. Bereits 2023 war ein Rekordwert verzeichnet worden.

Volksverhetzung, Bedrohungen, körperliche Angriffe

Zu den erfassten Delikten zählen unter anderem Volksverhetzung, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperliche Angriffe. Insgesamt wurden 1.275 Körperverletzungen registriert. Der Großteil der Taten wird dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet.

Auch unabhängige Beratungsstellen berichten von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft. Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zählte im vergangenen Jahr 1.794 rassistische Gewalttaten in zwölf Bundesländern. Das entspricht einem Anstieg von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl rassistischer Übergriffe noch deutlich höher liegen dürfte. Viele Betroffene würden Straftaten nicht anzeigen. Zudem würden rassistische Motive bei Ermittlungen nicht immer erkannt oder entsprechend eingeordnet.

Die aktuellen Zahlen gelten daher als alarmierendes Signal für Politik und Gesellschaft. Sie zeigen, dass rassistische Hetze und Gewalt in Deutschland weiterhin zunehmen und wirksame Gegenmaßnahmen dringend notwendig bleiben.